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Baselworld 2017 Recap – Aufregendes Uhren-Design in „Les Ateliers“ (Teil 2/4)

Im ersten Teil des Baselworld 2017 Recaps habe ich euch einen groben Überblick über die Reaktionen zur Messe gegeben. Ohne dabei auf die einzelnen Modelle der großen und kleinen Hersteller einzugehen, war es mir ein wichtiges Anliegen, ein kritisches Fazit zur größten Uhren- und Schmuckmesse zu ziehen. In diesem Teil möchte ich euch nun einen ganz besonderen Höhepunkt meines eigenen Messebesuchs näher bringen. Richtig, es geht um den „Les Ateliers“ Bereich im zweiten Stock der Halle 1. Hier hatten viele kleinere und unabhängige Marken eine Möglichkeit, ihre Produkte vorzustellen.

Viel ist in den letzten Wochen zur Baselworld geschrieben worden. Nicht nur Positives fand Ausdruck in zahlreichen Blog- und Foren-Einträgen. Unlängst las ich einen Artikel, der kaum ein gutes Haar an dem Gebaren von Herstellervertretern, dem Ablauf von Presseterminen und der Präsenz von digitaler Berichterstattung ließ.

Nun kann man von dem Ablauf der Ausstellung denken, was man möchte. Auch ich äußerte mich im ersten Teil unseres Recaps zu den Schattenseiten der Messe. Vielleicht sogar noch etwas zu zögerlich, schließlich ist die Baselworld eine straff organisierte und äußerst professionelle Messe, die wenig Raum für den privaten Besucher bietet. Denn an die „echten“ Neuheiten der Hersteller kommt man ohne Presseausweis nicht heran. Man muss zwangsläufig mit den Präsentationen der Modelle in den unzähligen keinen Schaufenstern vorliebnehmen. Und hier entscheidet jeder Hersteller individuell, wie viel Innovation er dann wirklich zeigt.

Dass sich vor den Schaufenstern manchmal Menschenmassen die Beine in den Bauch stehen, ist selbstredend. Wer dies nicht glauben sollte, dem empfehle ich einen Besuch des Rolex oder TAG Heuer Stands im Bereich der „Haute Horlogerie“ im Erdgeschoss der Halle 1.

Gründer-Esprit und Design-Innovationen im „Les Ateliers“ Bereich

Ganz anders lief es allerdings im neuen Les Ateliers Bereich ab. Um dahin zu gelangen, musste ich mir zunächst meinen Weg durch das Erdgeschoss der Halle 1 bahnen, um vor Patek Philippes protzigem Stand die Rolltreppe nach oben zu nehmen. Dort angekommen, setzte ich meine Fahrt auf dem willkommenen Personenbeförderungsmittel fort. Glaubt mir, meine Beine mussten den langen Tagen und dem vielen Herumgeirre zwischen Terminen Tribut zollen und waren froh, sich etwas entspannen zu können. Oben angekommen, deutete wenig auf die wundervolle Uhrenwelt der Les Ateliers Ausstellfläche hin. Zunächst musste ich mich noch an dem im Vergleich zum Vorjahr deutlich leereren Invicta-Stand, dessen grelles Gelb mich erneut fast blendete, vorbeiarbeiten. Erst hinter dem mittig in der Halle postierten, übergroßen Oval der Festina-Gruppe konnte ich die Silhouette des neuen Kreativclubs der Baselworld erkennen.

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Große 20- oder 40 Fuß-Container, die man sonst nur aus der Handelsschifffahrt kennt, markierten den Eingang zu Les Ateliers. Teilweise waren die Kolosse seitlich geöffnet, zeigten Sportwagen und eine riesige QLOCKTWO Wanduhr, die nicht zu übersehen war.

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Auf einer Fläche, die annähernd doppelt so viel Platz maß wie der Rolex Olymp im Erdgeschoss, tummelten sich rund 40 Aussteller! Anfangs wirkte dieser Ort etwas bizarr, war er doch im hinterletzten Örtchen der Messehalle „versteckt“ worden. Doch relativ schnell wich diesem Gefühl eine ungeheure Freude über die deutlich weniger pompöse Aufmachung, das niedrigere Stress-Level, den Gründer-Esprit vieler Unternehmer und die tollen Innovationen.

Maximilian Büssler & Friends – Abgefahrenes Uhren-Design aus einer anderen Welt

Abgefahrenes Uhren-Design wurde sogleich am Stand von Maximilian Büssler & Friends (MB&F) präsentiert. Ein Zeitmesser, verkleidet als Rakete, mit dem so verheißungsvollen Namen „Destination Moon“ genoss zunächst meine volle Aufmerksamkeit. Die von MB&F entwickelte limitierte Uhr zeigt auf großen Edelstahlscheiben mit aufgestempelten Ziffern die Zeit an. Gefertigt wird das exklusive Stück von L’Epée 1893, dem führenden Hersteller von Großuhren in der Schweiz. Aufgezogen wird das 8-Tage-Uhrwerk über die riesige Krone am unteren Teil der Rakete. Wer genau hinsah, erkannte, dass ein Astronaut, dessen Name Neil heißt, auf einer Leiter die Rakete bestieg. Oder stieg er hinab? Jedenfalls dient das Innere der Leiter zur Kraftübertragung von Krone auf Federhaus. Ein tolles Spielzeug.

Bildnachweis Fotos oben: MB&F

Doch auch Armbanduhren wurden hier präsentiert. Ein seltsam anmutendes Stück mit dem Namen Legacy Machine No2 Titanium zeigte sich in einem der vielen Schaufenster. Das kräftige Grün des Zifferblatts war ein starker Magnet, der meinen Blick anzog. Zwei über dem Zifferblatt schwebende Unruhen sorgten für mein Erstaunen. Gleiches galt für das gewölbte Saphirglas. Das allein wäre schon ein Höhepunkt gewesen, da es ungeheuer schwierig ist, Wölbungen bei Glas zu formen. Dass MB&F mit diesem Modell die drei großen Uhrmacher Abraham-Louis Breguet (1747 – 1823, Ferdinand Berthoud (1727 – 1807) und Antide Janvier (1751 – 1835) ehren möchte, erfuhr ich erst, als ich die Pressemappe zuhause durchsah. Auch diese drei Herren bauten Uhren mit jeweils zwei Unruhen.

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Bildnachweis Fotos oben: MB&F

Ein kurzer Termin bei Reservoir: Einzeigeruhren mit besonderen Designelementen

Zugegeben, in erster Linie war ich in diesem Bereich an diesem zweiten Tag meines Baselworld Erlebnisses aufgrund zweier Termine unterwegs. Mein erster Termin führte mich zu Reservoir.

Reservoir ist eine französischen Marke, die unlängst gegründet wurde. Wie es sich für ein frisches Start-up gehört, war alles etwas chaotisch. Vor dem Stand tummelten sich unzählige Menschen, durch die ich mir meinen Weg bahnen musste, um dann festzustellen, dass mein Kontakt noch in einem Gespräch mit Händlern vertieft war. Ein freundlicher Mitarbeiter klärte mich auf, dass man es nur mit viel Mühe rechtzeitig geschafft habe, die Prototypen der Uhren auch tatsächlich pünktlich zur Messe zu erhalten. Man sei ein wenig straff getaktet, freue sich aber über das durchaus positive Feedback zu den Armbanduhren.

Mein Ansprechpartner war nun endlich verfügbar und erklärte mir die Designinspirationen der Einzeigeruhren. Grob ließe sich die Kollektion von Reservoir in drei Linien einteilen, die allesamt von einem ETA 2824-2 Automatikwerk mit A 97-Modul angetrieben werden, erklärte er. Die Designinspirationen für die GT Tour und Supercharged Reihen kämen aus dem historischen Motorsport, ausgedrückt durch eine Anzeige für die Gangreserve in Form eines Flüssigkeitsfüllstands. Hingegen bezöge man die Ideen für die Ausgestaltung der Kollektionen Airfight und Tiefenmesser aus der Luftfahrt und dem marinen Umfeld.

Abschließend wies er mich noch darauf hin, dass sämtliche Uhren eine springende Stunde vorweisen würden. Eine notwendige Voraussetzung, um die Uhrzeit auf dem Dreiviertelkreis des Zifferblatts abbilden zu können.

Nach wenigen Minuten war dann unser Termin auch schon beendet.

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Mutiges Design bei DIETRICH

Direkt neben dem Reservoir Stand war die Ausstellungsfläche der Schweizer Uhrenmarke DIETRICH. Von den Uhren, die mich immer an etwas Außerirdisches erinnerten, hatte ich schon mehrfach gelesen. Also beschloss ich, die Uhren aus nächster Nähe zu betrachten.

Im ersten Schaufenster war das neue Modell Perception ausgestellt. Das Ablesen der Uhrzeit erschloss sich mir zunächst nicht. Glücklicherweise hatte eine äußerst freundliche Mitarbeiterin von DIETRICH etwas Zeit und zeigte mir nicht nur die ersten DIETRICH Modelle O.Time, sondern erklärte mir auch die Perception. Eine sogenannte „Seconds relatives“ Komplikation auf der 5 Uhr Position zeigt den Umlauf des Sekundenzeigers, dessen Bewegung und Design von Salvador Dalís Darstellung von Zeit inspiriert ist. Als zweite Komplikation werden bei 9 Uhr die „Heures vagabondes“ dargestellt. Die Minuten werden auf der linken Skala mittels eines Pfeils markiert. Ein Sichtfenster zeigt die Stunden.

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Das Design besonders zu nennen, wäre eine glatte Untertreibung. Ich hatte so etwas vorher noch nie gesehen und ließ sämtliche Modelle auf mich wirken. Neben der O.Time, die ich euch bald in einem Testbericht vorstellen werde, konnte ich auch noch das neue Time Companion Modell betrachten. Obwohl ich dieses Modell nicht klassisch nennen möchte, so ist das Design doch deutlich reduzierter als bei den O.Time und Perception Modellen.

Kreativer Kopf hinter DIETRICH ist Emmanuel Dietrich, der mit dem Ausdruck seiner Kreativität in raffinierten Armbanduhren sicherlich nicht nur mich beeindrucken konnte.

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Pierre DeRoche – Kreatives Sekundenspiel auf der TNT Royal Retro 43 Clyde

Vorbei ging es dann an den skelettierten Uhren von Kerbedanz hin zu Pierre DeRoche. Hier verharrte ich kurz vor der TNT Royal Retro 43 Clyde, welche sechs retrograde Zehn-Sekunden-Zeiger auf dem Zifferblatt zeigt. Hat ein Zeiger seine zehn Sekunden abgebildet, springt er zurück auf seine Ausgangsposition und verbleibt dort für die nächsten 50 Sekunden. Realisiert wird dieser Mechanismus mittels eines exklusiven Dubois Depraz Kalibers. Ein tolles Schauspiel, das das unten stehen Bild erahnen lässt.

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Bildnachweis Foto oben: Pierre DeRoche

Das Herz von Les Ateliers: Unabhängige Hersteller und Marken

Danach führte mich mein Weg weiter zur nächsten Verabredung im kleinen Eck neben der Bar. Hier bekamen die verschiedenen noch kleineren Manufakturen und Marken auf engem Raum die Möglichkeit, ihre Produkte vorzustellen.

Spannung lag in der Luft. Geradezu erfrischend war die vom Aufbruch in eine neue Welt, in ein neues Abenteuer geprägte, angeheizte Atmosphäre. Klangvolle Namen wie NORD Zeitmaschine, Orologi Calamai, Werenbach, Gvchiani und Itay Noy waren hier ebenso zugegen wie Schaumburg Watch und Lehmann Präzisionsuhren.

Für mich war es das Herz von Les Ateliers. Das alleine ist Grund genug, den nächsten Artikel diesen Marken zu widmen. Also wird es wohl doch eine vierteilige Baselworld 2017 Recap Serie.

Über den Autor

David MorawietzDavid ist Autor bei luxusuhren-test.de und berichtet exklusiv von seinen Uhren-Erlebnissen.

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