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Epos Sportive 3434OH Pilot Testbericht: Pilotenuhr mit „echtem“ Cockpitinstrument

Die Schweizer Uhrenmarke Epos gibt es bereits seit 1925. Hierzulande gehören die Uhren eher zu den „Geheimtipps“ und sind weit weniger bekannt als bei den Schweizer Eidgenossen. Ein Modell, welches unlängst meine Aufmerksamkeit auf sich zog, ist die Epos Sportive 3434OH Pilot, die ich euch in diesem Testbericht vorstellen möchte.

Wann immer ich eine für mich neue Uhrenmarke oder ein neues Uhrenmodell entdecke, stelle ich mir die folgenden Fragen: „Was macht die Uhren besonders?“ und „welche Alleinstellungsmerkmale haben diese?“ Zugegeben, manchmal ist die Beantwortung dieser Fragen nicht ganz einfach.

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Optische Besonderheiten der Epos Sportive 3434OH Pilot

Anders stellt es sich bei der Epos Sportive 3434OH Pilot* (*Affiliate-Link) dar. Die Besonderheiten fallen schon beim ersten Blick auf. Sie springen einem regelrecht ins Auge: Auf 12 Uhr gibt das semi-skelettierte Zifferblatt den Blick auf die Unruh, die pulsierende Spirale, die Incabloc-Stoßsicherung und die Schweizer Ankerhemmung des Unitas 6497-1 Handaufzugswerks frei. Die im Namen der Armbanduhr verhaftete Abkürzung „OH“ steht genau dafür, bedeutet „Open Heart“ und beschreibt damit die offene Unruh.

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Direkt daneben, zwischen der 9 und 10 Uhr Position, zeigt sich eine optisch deutlich hervorgehobene Komplikation, die sicherlich das Herz eines jeden Luftfahrtbegeisterten (dazu zähle ich mich selbst auch) höher schlagen lässt. In ihrer Optik erinnert die kleine Sekunde an den aus der Luftfahrt bekannten künstlichen Horizont. Dieses Instrument ist aus der Aeronautic nicht wegzudenken. Als Flugüberwachungsgerät dient es der Bestimmung der Lage des Luftfahrzeugs zur Erdoberfläche. Beim Steig-,Sink- und Kurvenflug liefert das auch als Horizontkreisel oder Fluglageanzeiger bekannte Instrument entscheidende Informationen für die Cockpitbesatzung.

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Die Epos Sportive 3434OH Pilot zeigt eine äußerst detailgetreue Nachbildung dieses Instruments, bei dem der Sekundenzeiger passenderweise als Flugzeug dargestellt ist und die durch feine Strichindizes markierte Skala umläuft. Für alle diejenigen, die sich an der Technik von Luftfahrzeugen und Uhren gleichermaßen erfreuen sowie etwas Vorstellungsvermögen besitzen, ist diese Komplikation sicherlich ein tolles Feature und bringt einen gedanklich sofort in die Schaltzentrale eines Flugzeugs.

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Eine weitere Auffälligkeit, die im Alltag einen nicht zu verachtenden Komfort schafft, ist die auf ungefähr 4 Uhr platzierte flankierte Krone. Lästige Druckstellen auf dem Handrücken treten somit nicht auf. Gerade wenn man die Swiss Made Armbanduhr etwas länger trägt, stellt das einen Vorteil dar. Kürzlich habe ich die Epos Sportive 3434OH Pilot während meines Island und USA Urlaubs getragen. Als Alltagsuhr erwies sie sich dabei äußerst tauglich. Allein an das Aufziehen des Uhrwerks und das laute Ticken (siehe nächster Abschnitt) musste ich mich gewöhnen.

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Aufziehen ausdrücklich erlaubt: Das Unitas 6497 Handaufzugswerks

Über die Krone erfolgt der Aufzug des Unitas 6497 Handaufzugswerks. Spätestens jetzt wird klar, warum die Krone auch deutlich größer gestaltet ist. Sicherlich ist dies für Piloten- und Fliegeruhren nicht unüblich (auf den Begriff der „Fliegeruhr“ gehe ich später noch ein), stellt aber insbesondere hier beim Handaufzugswerk einen enormen Vorteil dar. Denn die Krone ist durch die Größe und Riffelung sehr griffig und das Werk kann im wahrsten Sinne des Wortes im Handumdrehen aufgezogen werden. An dieser Stelle sollte man einen Blick auf den Gehäuseboden werfen.

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Hier gewährt ein Sichtfenster aus Mineralglas vollen Einblick in das Unitas 6497 Werk. Man erkennt die gebläuten Schrauben, die Perlierungen und die Gravuren auf den Brücken. Das lässt das Herz des Uhren Aficionados höher schlagen.

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Beim Aufziehen des Werks erkennt man außerdem die Bewegungen des Kronrads, des Sperrads und der Klinke oberhalb der Federhausbrücke. Unterstützt wird die Prozedur durch ein deutliches Klicken. Dieses signalisiert, dass die Klinke sicher einrastet und ein Zurückdrehen des Federhauses und ein damit einhergehendes Entspannen der Zugfeder verhindert wird. Es lässt sich also erahnen, welche technische Präzision und wie viel Fingerspitzengefühl notwendig sind, um die sensible Mechanik zusammenzusetzen.

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Ist das Werk der Epos Sportive 3434OH Pilot einmal aufgezogen, so bemerkt man sofort zwei Dinge. Die nun voll aufgezogene Zugfeder sorgt dafür, dass die gespeicherte Energie über die Zahnräder wieder abgegeben wird. Damit sich diese Energie nicht „sprunghaft“ entlädt, ist der Mechanismus aus Hemmungsrad, Anker und Unruh mit Spiralfeder (in diesem Falle aus Nivarox 2) integriert. Diesen Mechanismus kann man sowohl durch das „Open Heart“* (*Affiliate-Link) auf der Vorderseite sowie durch den Sichtboden deutlich erkennen. Das genaue Zusammenspiel dieser Komponenten ist hochkomplex und nicht mal eben so erklärt. Zu guter Letzt sorgt dies aber dafür, dass das Räderwerk Stück für Stück weitergeschaltet wird (für weitere Informationen empfehle ich diesen Artikel).

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Ein Indiz für die Funktion des Hemmungsmechanismus‘ ist das bei jeder Halbschwingung der Unruh zu hörende charakteristische Tick-Tack. Hervorgerufen wird dieses Geräusch von der Ankerhemmung. Erwähnenswert ist allerdings, dass dieses Geräusch bei dem Unitas 6497 Uhrwerk sehr laut ist, sodass es für mich keine Option war, die Uhr auf dem Nachttisch zu lagern.

Bezüglich der Genauigkeit des Uhrwerks ist zu sagen, dass das Unitas 6497 in der hier verbauten Variante rund 15 Sekunden Gangabweichung am Tag vorweist. Die Gangreserve beträgt 46 Stunden.

Mattiertes Zifferblatt mit lumineszierenden Zeigern und Edelstahlgehäuse

Das Gehäuse der Epos Sportive 3434OH Pilot besteht aus Edelstahl und ist mit 43,5 Millimetern (Horn-zu-Horn: ca. 52 mm) im Durchmesser und 11 Millimetern in der Höhe weder zu groß noch zu klein. Mit einem Gewicht von rund 97 Gramm (Achtung, nicht-geeichte Küchenwaage) sitzt die Uhr angenehm am Handgelenk und ist nicht zu schwer.

Erst bei eingehender Betrachtung fiel mir auf, dass Lünette und Flankenschutz aus poliertem und das Gehäuse aus gebürstetem Edelstahl bestehen. Das erzeugt einen schönen Gegensatz und einen wertigen Effekt.

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Das im Bandanstoß 22 Millimeter messende Armband aus schwarzem Leder besitzt eine weiße Stichnaht und greift damit den Kontrast des schwarzen Zifferblatts mit weißen Ziffern und Indizes auf. Verschlossen und geöffnet wird das Band mittels Dornschließe, die für mein Gefühl allerdings etwas zu groß ist.

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Minuten- und Stundenzeiger sind mit lumineszierender Farbe beschichtet, sodass man auch in Dunkelheit die Uhrzeit ablesen kann, vorausgesetzt die Zeiger waren vorher einer Lichtquelle ausgesetzt.

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Geschützt wird das matt-schwarze Zifferblatt von einem kratzfesten Saphirglas. Dieses sorgt dafür, dass die Epos Sportive 3434OH Pilot bis zu 10 ATM (10 Bar bzw. 100 Meter) wasserdicht ist.

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Der Mythos der Fliegeruhr

Der Name der im Epos Online Shop erhältlichen Uhr* (*Affiliate-Link) impliziert es bereits. Die Epos Sportive 3434OH Pilot wird als Piloten- bzw. Fliegeruhr beworben. Nun kann man sicherlich behaupten, dass für ein solches Hilfsmittel in der modernen Luftfahrt in der heutigen Zeit kein Bedarf mehr besteht. Sämtliche Cockpitinstrumente sind redundant ausgelegt und können im Ernstfall bei Triebwerksversagen mittels technischer Vorrichtungen, wie zum Beispiel der Ram-Air-Turbine, weiterhin mit Energie versorgt werden.

Infolgedessen sind Fliegeruhren heute vielfach nur noch als solche etikettiert, um den Uhren ein professionelleres Image zu verleihen. Die Zielgruppe ist zumeist klar definiert: Männer mit Technikorientierung.

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Doch zeigt die Entwicklung des Technischen Standards Fliegeruhren (TESTAF) im Jahr 2012 durch ein Fachgremium, in welchem Mitarbeiter der Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen und der Sinn Spezialuhren GmbH gemeinsam mit Eurocopter Deutschland und dem Uhren-Magazin Anforderungen an Fliegeruhren definiert haben, dass im Bereich des Sicht- und Instrumentenflugs funktionelle Flierguhren weiterhin notwendig sind. Um diese Anforderung zu standardisieren und zu normieren, ist vor kurzem die DIN 8330 „Fliegeruhren“ entstanden. Parallelen zur DIN 8306 bzw. ISO 6425 für Taucheruhren sind dabei klar zu erkennen.

Die Epos Sportive 3434OH Pilot ist aktuell nicht nach diesem Regelwerk zertifiziert. Das muss sie auch nicht. Sie verkörpert eher den Zeitgeist und präsentiert das moderne Element des künstlichen Horizonts als Komplikation.

Stilvolle Pilotenuhr mit dem gewissen Etwas, Pluspunkte in der B-Note

Ich lasse es des Öfteren in meinen Testberichten durchblicken: Für mich ist die Optik eines Uhrenmodells besonders wichtig. Die Ausführungen der Details gefallen mir bei der Epos Sportive 3434OH Pilot. Als Luftfahrtbegeisterter trifft die als künstlicher Horizont gestaltete kleine Sekunde bei mir genau ins Schwarze. Zudem gefällt mir die Tatsache, dass man die sensible und komplexe Feinmechanik bereits durch das semi-skelettierte Zifferblatt erkennen kann.

Das noch größere Highlight ist allerdings der Sichtboden auf der Rückseite: Die Finissierung des Handaufzugswerks ist äußerst ansprechend und zeugt von der hohen Qualität und dem hohen Anspruch an die Ausführung des Handwerks. Das Prädikat „Swiss Made“ zeigt zudem, dass Epos den seit dem 1. Januar 2017 in Kraft getretenen neuen Regularien des Swissness Gesetz entspricht, nach dem mindestens 60% der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen müssen.

Drei Sachen möchte ich allerdings an dieser Stelle erwähnen, die man verbessern könnte. Ein Umstand, der mich etwas verwundert, ist die Tatsache, dass der Gehäuseboden „nur“ mit einem Mineralglas geschützt ist. Sicherlich ist dieser Bereich zumeist durch den direkten Kontakt mit dem Handgelenk geschützt und wird daher für gewöhnlich nicht zerkratzen. Allerdings würden Kratzer hierbei den Genuss des Uhrwerks deutlich trüben. Ein Saphirglas, welches kratzbeständiger ist, wäre daher an dieser Stelle wünschenswert.

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Ein weiterer, wenn auch weitaus subjektiverer Kritikpunkt ist die Dimension der Dornschließe. Die Schnalle wirkt für mich zu klobig und bricht damit im Erscheinungsbild mit den anderen Komponenten. Hinsichtlich eines funktionellen Ansatzes kann ich verstehen, dass die große Schließe einen Vorteil hat: die Armbanduhr sitzt stabil am Handgelenk und verrutscht kaum. Doch wie ich eingangs bereits erwähnte, ist für mich die Optik entscheidend. In diesem Zusammenhang würde mich eine schmalere Schließe definitiv eher ansprechen.

Ein letzter Punkt ist die vergleichsweise niedrige Frequenz des Handaufzugswerks 6497-1 von 18.000 Halbschwingungen pro Stunde. Im Allgemeinen bedeutet eine niedrigere Frequenz, dass sich der Sekundenzeiger nicht ganz so flüssig bewegt, wie er es bei Werken mit höherer Frequenz für gewöhnlich täte. Wenngleich man die konkreten Auswirkungen aufgrund der besonderen Gestalt (Flugzeug) der kleinen Sekunden hier kaum bemerkt, so hat dieser Umstand auch Auswirkungen auf die Präzision. ETA und Unitas bieten daher das Handaufzugswerk 6497-2 an, welches immerhin mit 21.600 A/h auftrumpft.

Nichtsdestotrotz ist die Epos Sportive 3434OH Pilot ein Accessoire, das sicherlich Hobbyflieger und Luftfahrtbegeisterte gleichermaßen erfreut. Die künstlerische Ausführung der kleinen Sekunde, die offene Unruh und die sichtbaren Finissierungen des Werks sorgen dafür, dass die solide Handaufzugsuhr nicht nur funktionellen Charakter besitzt, sondern auch Ausdruck von Ästhetik ist.

Die Uhr ist im Epos Online Shop* (*Affiliate-Link) für einen Preis von 1.455,- Euro (Stand: 07.09.2017) erhältlich.

Technische Informationen zur Epos Sportive 3434OH Pilot

Uhrwerk: Unitas 6497-1 Handaufzugswerk, 46 Stunden Gangreserve, 18.000 Halbschwingungen pro Stunde; Ganggenauigkeit: +/- 15 Sekunden pro Tag
Funktionen: Stunden, Minuten, kleine Sekunde als künstlicher Horizont; Wasserdicht bis 10 ATM; Krone auf 4 Uhr
Gehäuse: Edelstahl; Sichtboden auf der Rückseite aus Mineralglas
Zifferblatt: Zeiger mit lumineszierender Beschichtung, offene Unruh, Saphirglas
Armband: Lederarmband; Bandanstoß: 22 Millimeter
Abmessungen: 43,5 Millimeter x 11 Millimeter

Weiterführende Links und Angaben

Die in diesem Artikel vorgestellte Armbanduhr wurde mir freundlicherweise vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Ich bin gegenüber dem Hersteller keine inhaltliche Verpflichtung eingegangen, sondern berichte unabhängig über diese Armbanduhr. Darüber hinaus ist es mir wichtig zu erwähnen, dass ich weder für das Verfassen dieses Berichts noch für Abbildungen des Produkts bezahlt werde.

Über den Autor

David Morawietz

David ist Autor bei luxusuhren-test.de und berichtet exklusiv von seinen Uhren-Erlebnissen.

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