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Hier lebt die Zeit – Glashütte: ein Stadtpanorama

Im 15. Jahrhundert auf Eisenerz- und Silbervorkommen erbaut. Heute das Zentrum der deutschen Uhrenindustrie. Mit nur knapp 7.000 Einwohnern ist Glashütte im ländlichen Sachsen eine Weltstadt, die Paris, London und New York Konkurrenz macht – zumindest wenn es um edle Luxusuhren geht. Bildnachweis: Marcus Pink / Lizenz: CC2.0

Eine Reise nach Glashütte

Von Dresden nach Glashütte sind es nur 45 Minuten Autofahrt durch das ländliche Sachsen. Eingebettet in einem der vielen kleinen Täler des Osterzgebirges liegt die weltbekannte Uhrenstadt, die erstmals 1445 als Glaßehutte urkundlich erwähnt wurde.

Nur ein paar Straßen schlängeln sich durch die Stadt, gesäumt von verputzten Häusern mit Schieferdach. Die Müglitz fließt rauschend durch den Ort, der so ruhig ist, dass man meint, die Zeit stehe hier still. Doch die Zeit wird hier gemacht. Seit 1845.

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Bildnachweis: Torsten Scholz / CC 2.0

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Die Uhren aus der kleinen sächsischen Stadt stehen seit dem 19. Jahrhundert für Präzision und Tradition. Glashütte liegt seit jeher am Puls der Zeit – wirkt jedoch meist ein wenig verschlafen. Wie hier am alten Empfangsgebäude des Glashütter Bahnhofs, in dem sich die Hauptfertigungs- und Verwaltungsgbäude der Manufaktur NOMOS befinden. Bildnachweis: Matthew Hine / CC 2.0

Der Grundstein der deutschen Uhrenindustrie

Damals gründete Ferdinand Adolph Lange mit 7.820 Talern finanzieller Unterstützung der königlichen Regierung, die Uhrenmanufaktur „A. Lange, Dresden“. Damit war der Grundstein der deutschen Uhrenindustrie gelegt. Denn in nur wenigen Jahren etablierte sich die Manufaktur und stellte eine ernsthafte Konkurrenz zu Schweizer Herstellern dar.

Im Jahr 1875 beschäftigte das Unternehmen bereits 70 Mitarbeiter und eroberte langsam aber sicher als „A. Lange & Söhne“ den weltweiten Uhrenmarkt – zunächst mit Taschenuhren und erst sehr spät mit Armbanduhren mit dem firmeneigenen Uhrwerk des Kalibers 28.

„A. Lange & Söhne“ genoss nicht nur aufgrund dieser hochwertigen Taschenuhren hohes Ansehen, sondern auch für seine präzisen Schiffschronometer und Beobachtungsuhren, die sie exklusiv für die deutsche Marine und Luftwaffe herstellten.

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Das Uhrwerk mit dem Kaliber 28 kam erst 1948 auf den Markt. Es ging aus dem hochpräzisen Kaliber 48 hervor, das vor allem in Beobachtungsuhren verwendet wurde. Bildnachweis: Acid Pix / CC 2.0

Glashütte: Moderne Tradition

Bis zum zweiten Weltkrieg florierte die Uhrmacherei in der kleinen sächsischen Stadt. Doch am 8. Mai 1945 – am letzten Tag des Krieges – wurde Glashütte bombardiert und teilweise zerstört. Danach enteignete die sowjetische Besatzungsmacht die dortigen Uhrenhersteller (die bekanntesten waren „A. Lange & Söhne“, und UROFA) und fassten sie ab 1951 VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) zusammen.

Dieser Betrieb stellte dann später in der DDR Uhren jeglicher Art her und versorgte sogar die Staaten des damaligen Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe mit präzisen Zeitmessern. Nach dem Mauerfall firmierte die VEB Glashütter Uhrenbetriebe wieder als Glashütter Uhrenbetriebe GmbH und war auch gleichzeitig Rechtsnachfolger aller früheren Unternehmen der Vereinigung.

Nach 1990 wurden viele Unternehmen neu gegründet. Die meisten davon gingen aus den ehemaligen VEB Glashütter Uhrenbetrieben hervor. Seither erlebt Glashütte wieder weltweites Ansehen und unternehmerische Vielfalt. Heute arbeiten mehr als 1.000 Beschäftigte in diesen weltbekannten Uhrenunternehmen in Glashütte:

  • A. Lange & Söhne
  • Glashütte Original
  • Nomos Glashütte
  • Bruno Söhnle GmbH
  • Kronsegler
  • Hemess
  • Moritz Grossmann
  • Nautische Instrumente Mühle

Die modernen Firmengebäude dieser Manufakturen fallen in der ländlichen Kleinstadt zweifelsohne auf. Solche starken Kontraste, sowie diesen modernen Hauch der Vergangenheit finden sich auch in vielen Uhren dieser Hersteller wieder.

Bruno Söhnle Uhrenatelier

Das Bruno Söhnle Uhrenatelier besteht zwar seit 1957 und war als Zulieferer stets mit Glashütte verbunden, ist jedoch erst seit der Neugründung im Jahr 2000 in Glashütte ansässig. Die Uhren aus dem Hause Bruno Söhnle bestechen mit klassischer Ästhetik und technischer Präzision und stehen damit für das, was Glashütte weltbekannt gemacht hat.

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Nomos Glashütte

Die Uhrenmanufaktur Nomos ist ein Newcomer aus Glashütte. Erst in den 1990er Jahren gegründet, darf Nomos heute schon mehr als 130 renommierte Designpreise sein Eigen nennen. Denn wie kaum einem anderen Hersteller gelingt es Nomos, Tradition, Design und Technik perfekt zu kombinieren.

Nomos stellt seine Uhrwerke selber her – fast ausschließlich aus Glashütter Wertschöpfung. Insgesamt kommen zwischen 75% – 95% der Uhrwerke aus der Region und liegt damit weit über dem Minimum von 50%, die notwendig sind, um den Beinamen „Glashütte“ nutzen zu dürfen.

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Der Ursprung der Präzision

Die Geschichte von Glashütte ist geprägt von Zeit. Präzise wie ein Uhrwerk hat sie ihren Ruf als Geburtsstadt der deutschen Uhrenindustrie auf der ganzen Welt erhalten. Das Deutsche Uhrenmuseum in Glashütte erzählt nicht nur diese Geschichte, sondern stellt auch viele faszinierende Zeitzeugen und Zeitmesser aus.

Die kleine unscheinbare Stadt Glashütte ist heute weltbekannt. Nicht für architektonischen Wunder oder fantastische Naturschauspiele – sondern für die jahrhundertealte Uhrmachertradition und das präzise und kunstvolle Handwerk, das in den Zeitmesser aus dieser Stadt steckt.

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Bildnachweis: Torsten Scholz / CC 2.0

Über den Autor

Shaun Graham

Shaun ist unser Uhren Aficionado mit amerikanischen Wurzeln aus Hamburg.

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