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Junkers Eisvogel F13 – Nostalgik im wechselnden Gefieder

Fliegeruhren sind wie Taucheruhren dazu geschaffen worden, einem namensgebenden Beruf angepasst besser zu dienen als herkömmliche Baumuster; die Junkers Eisvogel F13 ist eine dieser speziellen Uhren und gleichzeitig ein Retro-Ausflug in die Aeroplan-Zeiten, die Frühzeit der Fliegerei. Als alles etwas rustikaler und auch gefährlicher war. Bildnachweis: Richard / Lizenz: CC2.0

Von der Vergangenheit inspiriert und in der Moderne geschaffen. Die Junkers Eisvogel F13 vereint Fortschritt und Nostalgie. Die Kollektion bietet Höhenflüge des Uhrendesigns

Als Fliegeruhr muss die Junkers Eisvogel F13 über besonders gute Ablesbarkeit verfügen und über ein großes Kronenrad bedienbar sein, ohne den (Flieger-)Handschuh ausziehen zu müssen. Wenigstens ist das eine historische Prämisse, denn seit Jahrzehnten werden Piloten- oder Fliegeruhren mit ihrer eigenen Ästhetik nicht mehr professionell als solche gebraucht, da Cockpit-Instrumente und Bordcomputer ihre Aufgabe übernommen haben. Und die Lederhandschuhe und Fliegerbrille tragenden „tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ gab es schon vor dem Jahr (1965), als der damals bereits nostalgische Film gleichen Namens herauskam, nicht mehr.

Doch ihre Uhren leben im Design weiter. Junkers Uhren orientieren sich alle an berühmten Fluggeräten oder deren Events, wie

die Namen der Kollektionen zeigen, die nicht nur Flugzeugen, sondern auch Luftschiffen die Honneurs machen. Im speziellen Fall der ‚Eisvogel F13‘ handelt es sich um einen Eindecker, der 1923 um Spitzbergen herum über dem Eismeer operierte.

Hinter der Marke Junkers Uhren steht POINT tec Electronic im bayerischen Ismaning, die neben Junkers Uhren die Marken Zeppelin und Maximilian (Funkuhren) auflegen unter dem Anspruch „Lebende Legenden mit funktioneller Präzision“. Gegründet wurde POINT tec vor 25 Jahren als Antwort auf Massenware aus Fernost, der man Produkte mit anspruchsvollem Design zu niedrigen Preisen entgegensetzen wollte, wie die Firma selbst schreibt.

Die vielen Zifferblatt-Gesichter der Junkers Eisvogel F13 Kollektion

Für eine Fliegeruhr ist die Junkers Eisvogel F13 eigentlich zu filigran, sowohl in der Ablesbarkeit, als auch in der Bedienbarkeit (Die Krone ist nicht wirklich groß), aber das tut ja nichts zur Sache, da die praktischen Erfordernisse wie beschrieben nicht mehr gegeben sind. Was bleibt, ist die Anmutung – der Stil. Achtzehn Varianten der Eisvogel F13 werden produziert, darunter nur zwei mit Metall(mesh)armbändern, alle anderen in Leder – meist als schwarzes Band.

Die Gehäuse verwenden zumeist eine Edelstahloberfläche, vier Modelle sind dagegen vergoldet. Varianten sind auch in der Zifferblattfarbe (schwarz oder weißlich) und den Indices (schwarz, weiß oder golden) zu unterscheiden. Was das Innenleben der Junkers Eisvogel F13 angeht, sind sowohl Quarzwerke (Ronda 6004D und Ronda 706B) als auch mechanische Kaliber mit automatischem Aufzug (Sellita SW200 sowie SW290) zu finden, die beide in ihrem 40 mm Gehäuse Platz finden. Das Ronda Quarzwerk mit 5 Steinen und einer Batterielebensdauer von 40 Monaten stammt wie das Automatikkaliber aus der Schweiz. Es kann Datum per Sichtfenster, Kleine Sekunde und zwei Zeiger auf dem Hauptzifferblatt rotieren lassen und kann zwischen minus zehn bis plus zwanzig Sekunden im Monat abweichen.

Das Schweizer Kaliber SW200 ist stark verwandt mit dem beliebten Arbeitspferd ETA 2824, das in so vielen Automatikuhren zu finden ist, wobei es die meisten Teile mit dem ETA gemein hat. Gelagert ist das Sellita Werk auf 26 Steinen und bietet 38 Stunden Gangreserve mit einem Vollaufzug. Das SW290 mit 31 Steinen erkennt man über die Kleine Sekunde auf 9-Uhr-Position. Überhaupt wandert der Totalisator für die Sekunde bei den Ausführungen der Eisvogel F13 munter von einer Stelle zur anderen, je nach Uhrwerk

Modern mit Hang zur Nostalgie. Junkers Eisvogel F13.
Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm

Eine Junkers im Stealthbomber-Zeitalter: Modell 6704-5

Mit schwarzem Lederarmband und schwarzem Zifferblatt eilt der Blick auf der Junkers Eisvogel F13 Automatik 6704-5 als erstes zu den rosa-vergoldeten Ziffern, die von nüchternen Zeigern angesteuert werden, die nur aufgrund ihrer Länge unterscheidbar sind als Stunde und Minute und farblich an die Ziffern angepasst wurden. Die kleine Sekunde im Bereich vor dem 9-Uhr-Index kennzeichnet das hier schlagende Automatik-Herz als ein Sellita SW290 Werk. Für die 6-Uhr-Markierung war kein Platz, wurde hier doch das umrahmte Schaufenster für den Datumsring eingebracht.

Es ist gut, dass die metallene Umrahmung darauf hinweist, denn auch dieser Ring ist schwarz im Hintergrund gehalten und würde sonst etwas schwerer zu entdecken sein. Außerhalb des Stundenrings der Junkers Eisvogel F13 kann man eine sehr fein auflösende Rundskala für die Minuten finden, mit doppelziffrigen Zahlen für 05 bis 55 Minuten hinter den entsprechenden Stunden-Indices. Unter der Zwölf prangt, eingeklemmt zwischen dieser Zahl und dem Firmensymbol von Junkers, der Markenname des Uhrenfabrikanten. Die Modellbezeichnung hat ihren Platz auf der 3-Uhr-Position gefunden. Für die Abdeckung des Zifferblattes dient ein Mineralglas, das zusammen mit dem Gehäuse 5 bar Wasserdichtigkeit schafft.

  • Junkers Herrenuhr Serie Eisvogel F13 Automatik 6704-5
    lederarmbandAutomatikuhrwerk

Klassik und präzise Details. Eisvogel 6704-5.
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Die Junkers Eisvogel F13 6754-1 präsentiert sich frisch aufgemischt

Und sogleich sieht auf der Automatikuhr 6754-1, ebenfalls als Junkers Eisvogel F13, das Bild ziemlich abweichend aus. Was schon mal daran liegt, dass hier ein anderes Werk verbaut ist, nämlich das Sellita SW200 Kaliber. Die Kleine Sekunde ist hier nicht vorhanden, sondern einer Großen Sekunde gewichen – soll heißen, ein Sekundenzeiger umläuft nun zusammen mit Stunde und Minute die Mittelachse des Zifferblattes, welches nun weiß erstrahlt.

Die Sekunde darf golden glänzen vor den schlichten, schwarzen beiden Zeigern. Das Datumsfenster ist an eine nicht oft verwendete Position gerückt – nämlich vor ‚Zwei Uhr‘, zusätzlich gekennzeichnet mit einem roten Keil statt der Ziffer. Das Firmenlogo rutschte nach unten vor die Ziffer Sechs. Für die Wasserdichtigkeit von 5 bar (höchstens unter die Dusche mitnehmen, aber nicht schwimmen) des Edelstahlgehäuses ändert sich mit dem anderen Uhrwerk natürlich nichts. Wiegen dürfte diese Version der Junkers Eisvogel F13 auf einer Waage Ihres Vertrauens leichte 64 Gramm, für die 6704-5 ist auch nichts anderes angegeben, obschon sie ein anderes Automatikwerk inne hat.

Aufgeräumte Akzente. Saubere Optik. Eisvogel 6754-1.
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Die Junkers Eisvogel F13 6754-1 präsentiert sich frisch aufgemischt

Eher untypisch, wenn nicht sogar merkwürdig für eine Fliegeruhr wäre es gewesen, sie in rosa Gold zu tragen, wie es diese Junkers Eisvogel F13 vorzeigt. Aber es handelt sich ja um modische Fliegeruhren, die mit dem Fliegen selbst nur den Namen gemein haben. Und für manche Leute soll eine Uhr in Edelmetall-Anmutung prunken, wozu diese rosa Goldbeschichtung gut dient. Selbst Ziffern und Zeiger sind davon goldwarm erwischt worden.

Den Freunden des Edelmetalls zuliebe hat man statt des Lederarmbandes passenderweise ein Mesh-Metallband spendiert. In der Summe ist auf diesem Modell 6732-M4 einer Junkers Eisvogel F13 alles gülden, bis auf das weiße Zifferblatt, ein schwarzes Datumsfenster auf 2-Uhr-Position und eine Kleine Sekunde in trotzigem Schwarz. Sie hat einen einfallsreichen Doppelskalen-Totalisator als Rennplatz zugewiesen bekommen zwischen ‚Sieben‘ und ‚Acht Uhr‘. Interessanterweise handelt es sich bei dem Werk nicht um die Sellita SW200 Automatik trotz identischer Datumsfensteranordnung, sondern um das Quarzwerk Ronda 6004D im Innern. Am Gewicht kann man aber das Quarzwerk erkennen: denn die Uhr wird leichter, mit 44 Gramm gewogen.

Untypisch Edel. Unerhört chic. Eisvogel 6732-M4.
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Knopf an der Flanke statt Knopf im Ohr – Modell 6734-2

Von allen hier aufgezeigten Versionen könnte dieses Modell 6734-2 einer Junkers Eisvogel F13 am ehesten als ‚echte‘ Fliegeruhr durchgehen, rein optisch. Um die Funktionen etwas zu erweitern, hat man ihr ein Quarzwerk Ronda 706B spendiert – dieses verschafft dem Modell Tageszählung per Totalisator und Wochen über einen Zeiger und eine Skala ganz außen. Das Ronda 706B ist auch gebaut um Mondphasen anzuzeigen, findet aber auf dem Zifferblatt der Junkers Eisvogel F13 keine Gelegenheit der Darstellung. Um Sekundenzeiger und Wochenzeiger nicht zu verwechseln, hat man letzterem eine rote und auch ausgeformte Spitze gegeben. Die Gangreserve für dieses Werk erhöht sich auf 44 Monate.

Bis auf den roten Datumszeiger im Totalisator und roter Punkte dortselbst für jeden geraden Tag besitzt Modell 6734-2 weiße Ziffern und Skalen, während Uhrenmarke und Logo etwas angegraut in den Hintergrund treten. Am Edelstahlgehäuse ist diese Version leicht zu erkennen an dem zusätzlichen Knopf neben der Krone, den die anderen Modelle nicht besitzen.

Cockpit in der Optik. Eisvogel 6734-2.
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Tollkühne Männer in fliegenden Kisten haben keine Zeit für angestrengtes Ablesen – ein Fazit

Hand aufs Herz: für eine echte Piloten- oder Fliegeruhr wären deutlich besser ablesbare Stundenzahlen, breitere Zeiger und ausgeprägtere Skaleneinteilungen nötig gewesen, weshalb etwa eine Junkers Cockpit Ju52 eher dieses Label verdient als eine Junkers Eisvogel F13. Aber wie bereits festgestellt, geht es ja gar nicht darum, Fliegeruhren für einen Gebrauch durch Flieger, schon gar nicht in urwüchsigen Kolbenmotoren/Propellermaschinen zu bieten. Es ist nur ein Modebegriff. Und in der Mode ist vieles erlaubt, sogar so etwas un-pilotenhaftes wie ein rosa vergoldetes Armband.

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Bildnachweis: Richard / Lizenz: CC2.0

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