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Vom Reißbrett ans Handgelenk – Produktdesign von Luxusuhren an zwei Beispielen: Rolex Submariner und Cartier Tank

Jede Uhr ist zunächst nur eine Idee und Inspiration. In den Köpfen von Produktdesignern erwachen die Zeitmesser von morgen zum Leben und finden auf dem Reißbrett ihre Formsprache. Durch die präzise industrielle Fertigung wird aus Bleistiftlinien eine Luxusuhr. Dieses spannende Zusammenspiel von Industrie und Design ist die Brutstätte von vielen ikonischen Armbanduhren und beeinflusst den Uhrenmarkt seit jeher. Bildnachweis: Misko / Lizenz: CC2.0

Von der Idee zum Produkt. Dies ist der magische Moment, den Produktdesigner Tag für Tag verfolgen und so die Zeitmesser von morgen entwerfen. Inspiration findet sich meist in der Umwelt oder aus einem Bedarf heraus.

Das Gestalten von Produkten unterscheidet sich grundlegend vom traditionellen Handwerk. So finden Konsumgüter beim Handwerk erst während des Fertigungsprozesses ihre endgültige Gestalt. Zwar verdrängt die Industrie nach wie vor das traditionelle Handwerk, jedoch ist im letzten Jahrzehnt wieder ein Trend zur Tradition zu erkennen – insbesondere in der Lebensmittelbranche mit Craft Bier und Co.

Doch beim Produktdesign steht am Anfang eine Zielsetzung und der Gestaltungsprozess ist eingebettet in die Produktentwicklung. Es entstehen Modelle, Skizzen und Prototypen, die sich aufgrund der vielen Rahmenbedingungen, wie z. B. der technischen Standards, verfügbaren Materialien oder Marktforschungsresonanz, stets wandeln und überarbeitet werden. Erst nachdem das Produkt diesen Wandlungsprozess durchlaufen hat, wird es hergestellt – industriell, präzise und für den Massenmarkt.

Die Kreativität der Produktdesigner ist also von technischen und ökonomischen Faktoren beschränkt. Doch gerade diese Einschränkung befeuert Innovation und cleveres Design. Produktentwickler fragen sich nicht nur „wie soll mein Produkt aussehen?“ sondern vor allem auch „was soll es können?“ und „was steht mir dabei zur Verfügung?“.

Das Produktdesign verbindet also formalästhetische Aspekte mit ökonomischen Faktoren und erschafft dabei neue Formsprache und ikonische Produkte, die der Inbegriff und das Leitbild ihrer Branche sind. Um nur ein paar glänzende Beispiele zu nennen: Die KitchenAid Küchemaschine, der Piaggio Vespa Roller, der Apple iMac oder die Rolex Submariner.

Legendäres Produktdesign, ikonische Armbanduhren

Designer lassen sich von den kleinsten Dingen inspirieren. Von natürlichen Formen oder den Linien der aktuellen Mode. Darüber hinaus bestimmen die Ansprüche der zukünftigen Uhrenträger, welche finale Form Ziffernblatt, Armband und Gehäuse finden und welche Materialen verwendet werden.

Egal ob modisches Accessoire, präzise Fliegeruhr oder technische Taucheruhr – alle diese Modelle entstanden aus einem Bedürfnis und dem ästhetischen Anspruch nach Design und Schönheit. So entstanden die ikonischen Armbanduhren der letzten Jahrzehnte, die den Uhrenmarkt bis heute beeinflussen.

Die Rolex Submariner ist für viele der Inbegriff der Taucheruhr. Präzise und Edel. Schon immer. Bildnachweis: hypo.physe / CC2.0

Rolex Submariner – die Mutter aller Taucheruhren

Seit nun mehr als 60 Jahren ist die Rolex Submariner nicht nur eine der verlässlichsten Taucheruhren auf dem Markt sondern auch Impulsgeber für die Formensprache von unzähligen Armbanduhren, die nach ihr kamen. Ihr Design beeinflusst seit 1953 nicht nur Taucheruhren weltweit.

Die Idee der Rolex Submariner hatte damals das Rolex Vorstandsmitglied René-Paul Jeanneret, der selbst passionierter Taucher war und sich eine Uhr wünschte, die nicht nur unter Wasser etwas taugte sondern auch an Land eine gute Figur macht. Wenig später wurde eine speziell entwickelte Rolex an ein Tiefseeboot von Auguste Piccard befestigt, das auf 3138 Meter abtauchte. Als das Boot wieder an Land kam, tickte die Uhr nach wie vor verlässlich und unversehrt. Öffentlichkeitswirksam präsentierte Rolex seine technische Präzision und weckte damit den Bedarf nach robusten aber edlen Taucheruhren.

Die Rolex Submariner „No-Date“

Die Rolex Submariner ist seit Mitte der fünfziger Jahre wenig verändert, denn solides Design ist zeitlos. In den 60ern wurde dem noch heute meist monochromen Ziffernblatt ein Datumfenster unter einem kleinen Lupenglas hinzugefügt, das sich in den meisten heutigen Modellen noch fortsetzt. Doch wahre Uhrenfans setzen auf das Modell 114060 – die puristisch, klassische Taucheruhr ohne Datumfunktion. Dadurch wirkt das Ziffernblatt mit den stark lumineszierenden Zeigern noch symmetrischer und beruhigt wie die Tiefen der Meere.

Schon immer konnte man mit der Rolex Submariner tief abtauchen. Zunächst war sie bis zu 100 Meter wasserdicht, doch heute kann man sich tiefer in die Fluten stürzen – 300 Meter um genau zu sein. Egal ob in der Tiefsee oder bei dem Business Meeting: Hinter dem Saphirglas tickt zuverlässig das hochpräzise Automatikuhrwerk 3130 COSC. Das 904L Edelstahlgehäuse wird perfekt umrundet von der kontrastreichen Cerachrom-Lünette, die sich mit einer unverwechselbaren Haptik drehen lässt.

Das einzigartige Understatement der Rolex Uhren findet sich seit Jahrzehnten auch in den Submariner-Modellen. Hinzu kommt die technische Präzision, die tiefe Tauchgänge erlaubt. Bildnachweis: hypo.physe / CC2.0

Das Glidelock-System stellt sicher, dass sich die Rolex Submariner mit ihrer Faltschließe geschmeidig um das Handgelenk legt und sich sogar um einige Millimeter während des Tragens anpassen kann. Komfort, Design und technischer Anspruch sind eben in dieser Uhr perfekt vereint.

Cartier Tank – Der Inbegriff der Ästhetik

Wie die Rolex Submariner ist die Cartier Tank eine der weltweit bekanntesten Uhren und inspiriert bis heute zahlreiche Modelle. Louis Cartier entwarf die einzigartige Uhr im Jahr 1917 zunächst als Geschenk für den amerikanischen Offizier John J. Pershing, doch bereits zwei Jahre später wurde sie dann für den Markt produziert.

Bildnachweis: Guy Sie / CC2.0

Die Inspiration für die klare Formensprache fand Louis Cartier in seinen Erinnerungen aus dem ersten Weltkrieg und den dort eingesetzten Renault Panzern. So fand die Cartier Tank ihre rechteckige Form mit denen an Kettenantriebe erinnernde Gehäuseseiten.

Heute sind zwar mehr als 47 Modelle der Cartier Tank auf dem Markt, jedoch sind seit 1919 fünf Aspekte gleichgeblieben: Der „Chemin-de-Fer“ Ziffernring mit großen römischen Zahlen auf dem Ziffernblatt, die rechteckige Form des Gehäuses, der tiefblaue Saphir auf den Krone und die blauen schwertähnlichen Zeiger. Diese Elemente machen alle Cartier Tanks zu Klassikern der Uhrengeschichte, die bereits die Handgelenke von Jackie Kennedy, Prinzessin Diana und Yves-Saint Laurent schmückten.

Inspiration findet sich überall. Bei der Cartier Tank waren es die harschen Formen von Panzern im ersten Weltkrieg. Diese luxuriöse Armbanduhr ist also ein Stück Zeitgeschichte und edles Accessoire. Bildnachweis: Guy Sie / CC2.0

Bildnachweis: Guy Sie / CC2.0

Perfektes Design – endlos und zeitlos

Dies sind nur zwei Beispiele für zeitloses Uhrendesign. Doch die Innovation und das perfekte Produktdesign leben weiter. Moderne Uhren erfinden sich stets neu und der ästhetische Zeitgeist wird immer wieder von Ingenieuren und Designern mit Skizzen und Modellen eingefangen.

Ob puristischer Minimalismus, technisches Meisterwerk oder opulenter Glanz – derzeit findet sich alles auf dem weltweiten Uhrenmarkt, der nach wie vor so vielfältig und spannend ist wie die Köpfe hinter den Luxusuhren.

Über den Autor

Shaun Graham

Shaun ist unser Uhren Aficionado mit amerikanischen Wurzeln aus Hamburg.

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