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Wasserdichtigkeit bei Uhren – Eine Frage des Werterhalts

Bei aller Liebhaberei: eine Uhr ist ein Zweckgegenstand. Sie soll die Zeit anzeigen, egal ob es gerade schneit, regnet oder die Sonne scheint. Gleich, ob man im Theatersessel sitzt oder eine Unterwasserhöhle erforscht. Sie ahnen bereits, in welche Richtung das geht: Uhren haben auch bei Nässe zu funktionieren. Wenigstens die höherwertigeren Zeitmesser. Gar nicht zu reden von Uhren, die für Sportler und Extremaktivisten angeboten werden und Funktionalität versprechen auf dem Wasser, unter dem Wasser und bei Ausübung hart zusetzender Sportarten oder Outdoor-Aktivitäten. Bildnachweis: Petteri Sulonen / Lizenz: CC2.0

Wasserdichte Uhren: viel Augenwischerei

Doch nicht alle wasserdichte Uhren sind gleich wasserdicht. Die absolute Wasserdichtigkeit bei Uhren als solche gibt es nicht einmal – nicht wirklich. Man kann es der Feuchtigkeit nur unterschiedlich schwer machen, ins Gehäuse und in den filigranen Mechanismus einzudringen.

Dazu hat sich die Menschheit in Gestalt ihrer findigen Uhrenerfinder und -designer eine Menge einfallen lassen, um dem H2O-Gegner Terrain abzutrotzen, Schritt für Schritt, und mit jeder genialen Dichtungskonstruktion weiter. Inzwischen sind Uhren möglich, die bis auf ca 5000 Meter (500 bar) Tiefe dicht zu bleiben versprechen, wenigstens theoretisch: Chris Benz Deep und Pita Oceana Taucheruhren.

Doch ist das Wasser drin – heißt es zum Uhrmacher gehen, wenigstens zur Prüfung der Dichtung.

Wonach richtet sich die Industrie, was wasserdichte Uhren angeht?

Nicht alle Erzeugnisse müssen ihre Fähigkeiten gleich am Meeresboden unter Beweis stellen.

So gibt es Wasserdichtigkeiten in abgestufter Form, woran man sich je nach den Anforderungen, die man an seine Uhr haben mag, orientieren kann. Diese abgestuften Dichtigkeiten werden definiert durch Prüfverfahren nach ISO 22810 und DIN 8310.

Der Uhrenhersteller kann sich entscheiden, nach welchem Test er seine Erzeugnisse prüfen möchte. Es wird auf Wassertiefe (ohne Zusatzfaktoren kinetischer Art oder Temperaturen!) getestet und auf Luftüberdruck. Die Messeinheit dabei ist ATM = Standard Atmosphäre (1,013 bar) und entspricht dem gemessenen Erdatmosphärendruck auf Meeresniveau auf dem Breitengrad von Paris.

Beim Einwirken einer Prüfsäule wird aber nicht Zeit ins Kalkül gezogen – und Zeit spielt eine wichtige Rolle beim Altern des Dichtungsmaterials in jeder Uhr. Denn das Dichtungsmaterial und die konstruktive Methode seiner Einbettung machen die Dichtigkeit letztendlich aus.

Bei der letzten Reform der ISO Norm über wasserdichte Uhren hat man im Jahr 2010 nachgebessert und Alltagsbedingungen in den Fokus genommen statt abstrakter Drucktests. Für die eigentlichen Taucheruhren setzt dagegen ISO 6425 die Standards.

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Alltags-Wasserdichtigkeit bei Uhren laut ISO 22810

Diese Testreihe will lediglich Alltagsuhren hinsichtlich ihrer Wasserdichtigkeit kategorisieren. Man versucht das in für Laien verständliche Einteilungen auszudrücken, die jedermann aus dem eigenen Erleben kennt und dadurch Instruktionen für sich ableiten kann, wie er mit seiner Uhr umzugehen hat, um ihr und sich einen Wasserschaden zu ersparen.

Eingeteilt werden die Kategorien in 3 bar, 5 bar, 10 bar und 20 bar Druck-Klassen. Eine Gleichsetzung in Meter mal Faktor 10 gilt inzwischen als irreführend und wird vermieden, da durch Bewegungen viel höherer Druck als der Umgebungsdruck auf die Uhr wirken kann. Es kommen Belastungen durch Temperaturunterschiede (heißer Strand => kaltes Wasser) und Alterung der Dichtungsmaterialien hinzu.

Eine attestierte Dichtigkeit von 3 bar ist gerade mal gut fürs Händewaschen und auftreffende Regentropfen. 5 bar soll das Duschen mit der Uhr möglich machen, mit einer 10 bar Uhr kann man endlich schwimmen und schnorcheln gehen. Erst die ausgewiesenen 20 bar Druckfestigkeit erlauben Tauchgänge in nicht allzu große Tiefen. Aber für diese gibt es ja noch solche für 30 bar und noch druckfestere Taucheruhren. Das Salzwasser stellt eine zusätzliche erhebliche Belastung für Dichtungen dar, weshalb auch nur die echten Taucheruhren dagegen als geschützt gelten (Teil der Materialerprobung).

Die DIN 8310 kann als deckungsgleich mit dieser Norm vermutet werden, da sie beide dasselbe über wasserdichte Uhren aussagen.

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Die Taucheruhrennorm ISO 6425 und ihre Verfahren zu wasserdichten Uhren

Um als ‚Divers Watch‘ samt Prägung auf dem Gehäuseboden zu gelten, müssen wasserdichte Uhren nach ISO 6425 die folgenden Kriterien erfüllen:

Sie müssen eine Zeiteinstellungsmöglichkeit (Lünette oder Digitalfunktion) haben, die nicht versehentlich verstellt werden kann und in 5 Minuten-Schritten 60 Minuten Tauchzeit darstellen kann. Damit stellt sich der Taucher die Frist ein, die er unbeschadet im Element verbringen kann, ehe seine Pressluft ausgeht.

Folgende Ablesemerkmale müssen in 25 cm Abstand klar zu erkennen sein: Zeit, Tauchzeitvoreinstellung, die Gängigkeit der Uhr, Restfunktionsdauer eines Batterieantriebs, falls vorhanden.

Eine solche Uhr muss antimagnetisch, erschütterungsfest, salzwasserfest sein. 200 Newton physischen Druck muss sie aushalten, Luft-Überdruck von 2 bar erfolgreich überstehen, 24 Stunden im Salzbad bleiben, 50 Stunden in 30 cm Wassertiefe liegen und eine Reihe von Temperaturschocks (40 Grad – 5 Grad – 40 Grad) erleben.

Weiter wird das Testobjekt für 2 Stunden 10 bar Überdruck im Wasser ausgesetzt, dann innerhalb einer Minute auf 0,3 bar reduziert, dort eine Stunde lang gehalten.

Beim Kondensationstest wird auf einer bis 45 Grad erhitzten (trockenen) Uhr ein Wassertropfen aufgebracht. Danach sucht man nach Kondensation auf der Innenseite des Uhrglases.

Soweit die speziellen Testverfahren für Taucheruhren, um eine Wasserdichtigkeit bei Uhren zu erproben.

Klassifikation gemäß DIN 8310

Druck (Wassersäule)SpritzwasserBaden, Duschen und HändewasschenSchwimmen und SchnorchelnGerätefreies Freitauchen
3 bar = 3 ATM (ca. 30 Meter)NeinNeinNein
5 bar = 5 ATM (ca. 50 Meter)NeinNein
10 bar = 10 ATM (ca. 100 m)Nein
20 bar = 20 ATM (ca. 200 m)

Abschließende Tipps für wasserdichte Uhren

Wegen des Alterungsfaktors wird empfohlen, die Uhr einmal im Jahr auf Wasserdichtigkeit überprüfen zu lassen und gegebenenfalls die Dichtung erneuern zu lassen.

Je kostbarer die Uhr, desto eher sollten Sie dabei eine lizenzierte Reparaturstelle dafür bevorzugen. Selbst wenn man eine Uhr hat, die für den Wassergang ausgewiesen ist, sollte man es vermeiden, dort die Bedienungsknöpfe und die Krone zu aktivieren, Verstellungen unter Wasser vorzunehmen oder am Rädchen herumzudrehen.

Es versteht sich von selbst, dass wasserdichte Uhren aus wasserfestem Material gebaut werden, zudem nichtrostende Teile verwenden. Salzwasser ist, was Korrosion angeht, noch aggressiver als ‚süßes‘ Wasser.

In den Kollektionen von Certina, Casio, Chris Benz wird man rasch fündig für ernstzunehmende, besonders gegen Wassereintritt versiegelte Uhren, die also zu Aktivitäten im Wasser ohne Reue mitgenommen werden können.

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Sind Sie an wasserdichten Uhren interessiert?

Lesen Sie unseren Artikel zu Taucheruhren

Bildnachweis: Daniel Zimmermann / Lizenz: CC2.0

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