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Zwei erfolgreiche Taucheruhren Crowdfunding Kampagnen

Heute berichte ich ein weiteres Mal über erfolgreiche Crowdfunding Projekte. Dieses Mal allerdings mit einem anderen Fokus: ich stelle euch zwei sehr erfolgreiche Taucheruhren Crowdfunding Kampagnen vor, die kürzlich für Furore sorgten. Also aufgepasst: Wir tauchen ab in ungeahnte Tiefen. Bildnachweis: Hamtun Watches Ltd / hamtunwatches.com

Taucheruhren: Die Wasserdichtigkeit steht im Mittelpunkt

Taucheruhren sind bekanntlich ausdrucksstarke Armbanduhren, die sich vor allem durch eine Sache auszeichnen: eine hohe Wasserdichtigkeit. Das bekannteste Modell ist vermutlich auch heute noch die 1954 auf der Baselworld vorgestellte Rolex Submariner. Das belegt allein die Tatsache, dass das Aussehen der Rolex Submariner tausendfach kopiert wurde und die elegante Armbanduhr zum Objekt der Begierde unter Fälschern avancieren konnte.

Im Verlaufe der Jahrzehnte haben viele andere Hersteller, wie beispielsweise Breitling, Davosa oder Certina, nachziehen und eigene Modellreihen am Markt platzieren können. Im mittleren Preissegment begegnen uns bei den Taucheruhren unter anderem die Kollektionen Citizen Promaster Aqualand, Davosa Argonautic, und Certina DS Action Diver. Allesamt sind Kollektionen gestandener Marken, bei denen sich die Technik stets weiterentwickelt hat, das Design jedoch über die Jahre nur wenig Highlights bot. Auch die kürzlich erst entstandene Gigandet Sea Ground Kollektion bildet hierbei keine Ausnahme. Der Rolex Submariner Klon macht keinen Hehl aus seiner Designinspiration: Äußerlich gleichen diese Armbanduhren äußerst stark dem berühmten Rolex Vertreter. Doch möchte ich hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Erwähnenswert erscheint mir allerdings, dass bei Taucheruhren auch heute noch stets der Zweck im Vordergrund steht und die Grundlage des Designs bildet. Eine hohe Wasserdichtigkeitszertifizierung gilt als Synonym für eine gute Taucheruhr. Um diese erreichen zu können, besitzen die klassischen Modelle in der Regel ein Heliumventil zum Druckausgleich, eine verschraubte Krone und ein aus Saphir bestehendes Uhrenglas mit Dichtungsring(en).

Anspruchsvolle Technik für die eigenen Sicherheit

Natürlich hat dies auch gute Gründe. Beim Tauchen geht es vor allem um eins: Sicherheit. Alleine die Tatsache, einige Zeit unter Wasser zu verbringen, stellt ein Risiko und eine hohe Belastung für den menschlichen Körper dar. Taucheruhren sollen daher den Taucher dabei unterstützen, die empfohlenen Sicherheitsregeln zu befolgen.

Die Tauchzeit kann mit Hilfe eines drehbaren Lünettenrings eingestellt und abgelesen werden, sodass der Taucher stets weiß, wie lange er bereits unter Wasser ist. Das Zifferblatt mitsamt großer und markanter Ziffern und Indices ist übersichtlich gestaltet. Häufig sind Zeiger und Indices kontrastreich zum Rest gestaltet und mit Leuchtmasse überzogen, damit auch bei Dunkelheit die Zeit abgelesen werden kann, die für den Tauchgang verbleibt. Als Materialien werden häufig Titan und Edelstahl fürs Gehäuse eingesetzt, da beide Materialien als relativ kratzunempfindlich und zuverlässig gelten und auch den hohen Beanspruchungen der Ozeane trotzen.

Weiß der Taucher, wie er seine Uhr zu bedienen und einzustellen hat, kann diese das Risiko eines Tauchgangs beträchtlich verringern.

Aus diesem Grunde gelten Taucheruhren noch immer als äußerst exklusive Uhren und man muss – bis auf wenige Ausnahmen – etwas tiefer in die Tasche greifen, um eine ‚echte‘ Taucheruhr mit vernünftiger Wasserdichtigkeit (hier spreche ich von Wasserdichtigkeiten ab 20 ATM) zu erwerben.

Hier kommt glücklicherweise das Crowdfunding ins Spiel, das uns seit Kurzem mit immer neuen Taucheruhren zu erschwinglichen Preisen bereichert.

Zwei interessante neue Taucheruhren Crowdfunding Kampagnen, die ihr euch ansehen solltet

Zwei interessante Modelle, die kürzlich bei Kickstarter und Indiegogo das Licht der Welt erblicken und erfolgreich finanziert werden konnten, sind die Hamtun H1 Automatik-Taucheruhr und die Mansfield Automatica One, die zwar hinsichtlich des Designs unterschiedlicher kaum sein könnten aber mit ähnlichen Funktionen überzeugen. Ich stelle euch diese beiden Marken in den nächsten Zeilen vor.

Hamtun H1 Grade 5 Titanium Automatic Dive Watch: klassisch. männlich. schön.

Ich komme gleich zur Sache: Ich mag die Hamtun H1 Grade 5 Taucheruhr. Das hat auch einen Grund. Die von der Hamtun Ltd aus Southampton, Vereinigtes Königreich stammende Armbanduhr besitzt ein schlichtes aber vor allem zweckdienliches Design.

Das Zifferblatt, dessen einzige Highlights das Datumsfenster auf der 4-Uhr-Position, die blauen Indizes der Minuterie sowie der blaue Sekundenzeiger sind, wirkt aufgeräumt und ermöglicht dank des Kontrasts zwischen schwarzer Oberfläche und weißen Zeigern in Balkenform eine ansehnliche Differenzierung.

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Bildnachweis obere Bilder: Hamtun Watches Ltd / hamtunwatches.com

Sowohl die Zeiger als auch die Indices des Zifferblatts und der Lünette sind mit Leuchtmasse überzogen, sodass man auch unter Wasser die Uhrzeit ablesen kann. Der Lünettenring ist einseitig drehbar und bietet mit einer Einteilung von 120 Klicks eine sehr genaue Einstellung. Geschützt wird das Zifferblatt und die sensible Mechanik im Inneren durch ein aus Saphirglas bestehendes Uhrenglas, sodass die Hamtun H1 Grade 5 eine Wasserdichtigkeit von 20 ATM (200 Meter) erreicht.

Was mir darüber hinaus gefällt, ist die Tatsache, dass die Hamtun H1 Grade 5 Automatikuhr aus leichtem Titan mit Satin-Finish besteht. Ich habe die Vorteile einer Titanuhr bereits vor einiger Zeit bei meinem Bericht zur Seiko Astron GPS Solar SSE041J1 aufgezählt: Titan ist leicht, extrem kratzfest, antiallergen und besitzt einen hohen Tragekomfort. Dank dieses Materials kommt die Hamtun H1 Taucheruhr auf ein Gewicht von nur 120 Gramm bei 41 Millimetern Durchmesser und 13 Millimetern Gehäusehöhe.

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Bildnachweis obere Bilder: Hamtun Watches Ltd / hamtunwatches.com

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Hamtun H1, bei dem man merkt, dass sich das junge Unternehmen aus Southampton bei der Gestaltung des Layouts gründlich Gedanken gemacht hat, ist die auf die 4-Uhr-Position verschobene Krone. Wir alle wissen, dass sich die Krone einer Armbanduhr in 99 % der Fälle auf der 3-Uhr-Position befindet. Vermutlich kennen wir alle auch die unangenehmen Druckstellen auf dem Handrücken, die sich daraus ergeben können. Dank der etwas anders positionierten verschraubten Krone der Hamtun H1 sollten sich diese Druckstellen vermeiden lassen und das Tragegefühl noch angenehmer sein.

Das Herzstück der Hamtun H1 Grade 5 ist das Automatikuhrwerk Seiko NH35A. Dies bedeutet, dass die Uhr zunächst aufgezogen werden muss, ehe sie zu ticken beginnt. Danach bezieht das Uhrwerk seine Energie aus den Bewegungen des Trägers. Ein oftmals lästiger Batteriewechsel muss nicht erfolgen. Zur Pflege der Uhr sollte man einen Uhrenbeweger benutzen, der die Uhr gleichförmig bewegt und damit das Uhrwerk konstant in Regung behält. Das Seiko NH35A besitzt darüber hinaus 24 Lagersteine, 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und eine Gangreserve von rund 41 Stunden und ist in Automatikuhren dieses Preissegments (Die Hamtun H1 wird für $199,- angeboten) durchaus üblich.

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Bildnachweis obere Bilder: Hamtun Watches Ltd / hamtunwatches.com

Besonders beeindruckend bei der Kickstarter Kampagne der Hamtun H1 ist die Tatsache, dass das Projekt innerhalb von nur 20 Minuten finanziert und nach Ablauf der Aktion statt 20.000 £ knappe 147.000 £ eingesammelt werden konnten. Damit gehört das Hamtun H1 Kickstarter Projekt zu den erfolgreichsten Crowdfunding Uhren-Projekten 2016.

Erworben werden kann die Hamtun H1 in drei unterschiedlichen Varianten aktuell nur über die Website des Unternehmens.

Aloha Mansfield Automatica One Taucheruhren Crowdfunding Kampagne

Ganz anders ist die Mansfield Automatica One. Die aus Honolulu, Hawaii stammende Taucheruhr wirkt lebendiger aber auch deutlich unruhiger. Das Zifferblatt besitzt neben der detaillierten Minuterie eine Datumsanzeige auf der 3-Uhr-Position sowie eine 24-Stunden-Anzeige auf der 9-Uhr-Position. Minuten- und Stundenzeiger sind zwar mit der Leuchtmasse BGW9 überzogen und leuchten damit im Dunkeln, können aber meiner Meinung nach auf dem ersten Blick nicht ganz so gut abgelesen werden, da das Zifferblatt weit weniger konstrastreich ist als das der Hamtun H1.

Erwähnenswert ist allerdings, dass das Zifferblatt mit Hilfe der Sandwich Technik entstand: Hierbei besteht das Zifferblatt aus zwei Ebenen, die miteinander verbunden werden. Die untere Ebene wird mit der Leuchtmasse BGW9 überzogen und die obere Ebene erhält Aussparungen für die Indices, die tatsächlich am Ende bei Dunkelheit leuchten sollen. Dadurch wird dem gesamten Blatt mehr Tiefe und Raum verliehen.

Vor äußeren Einwirkungen wird das sensible Zifferblatt und das Herzstück der Automatica One durch ein 2,5 Millimeter dickes Saphirglas geschützt, sodass die Taucheruhr eine Wasserdichtigkeistklassifizierung von 20 ATM erhält.

Das Uhrengehäuse der Mansfield Automatica One besteht aus zuverlässigem Edelstahl 316L, misst 43 Millimeter im Durchmesser und besitzt auf der Rückseite ein aus Saphir bestehendes Sichtfenster, welches Einblick in das Miyota Kaliber No. 8217 Automatikuhrwerk mit 21 Lagersteinen und 21.600 Halbschwingungen pro Stunde gewährt. Auch bei diesem Automatikuhrwerk gilt, dass dieses zunächst aufgezogen werden muss, ehe es die Zeit anzeigen kann. Einmal aufgezogen, wird das Miyota 8217 Werk durch die Bewegungsenergie des Handgelenks des Trägers am Laufen gehalten.

Interessant ist, dass das Finanzierungsziel der Mansfield Automatica One von 25.000 $ ebenfalls massiv übertroffen werden konnte. 137.385 $ konnten durch 505 Unterstützer zusammengetragen werden und ermöglichten damit die Entstehung der ersten Taucheruhr made in Hawaii.

Die Mansfield Automatica One kann wahlweise mit einem Textil-, Edelstahl- oder Lederarmband in insgesamt sieben verschiedenen Modellvarianten zu Preisen zwischen $359 und $409 über die eigene Homepage mansfield.com erworben werden.

Über den Autor

David Morawietz

David ist Autor bei luxusuhren-test.de und berichtet exklusiv von seinen Uhren-Erlebnissen.

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