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Avi-8 Hawker Harrier II Pegasus Concept AV-4047-01 Testbericht – Der zeigerlose Senkrechtstarter fürs Handgelenk

Zugegeben, vor der Baselworld 2017 hatte ich noch nie von der englischen Marke Avi-8 gehört. Das, was man mir auf der Messe im März zeigte, möchte ich auch dir nicht vorenthalten und stelle in diesem Testbericht die Avi-8 Hawker Harrier II AV-4047-01 Pegasus Concept Automatikuhr vor.

Avi-8 (sprich Aviate, das heißt so viel wie „Luftfahren“) ist eine Marke, die zu der britischen Dartmouth Brands Limited gehört und ihre Inspirationen aus der Luftfahrt bezieht.

Neben Avi-8 vertreibt die in London ansässige Muttergesellschaft Dartmouth Brand Armbanduhren unter den Marken Earnshaw 1805 (Thomas Earnshaw), Ballast 1903, Fjord Timepieces, James McCabe Watches, Deutsche Uhrenfabrik (DuFa) Thüringen und Spinnaker Watches.

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Die verschiedenen Uhren der Marken sind optisch sehr interessant gestaltet, von unterschiedlichen Designeinflüssen geprägt und weisen teilweise etwas „andere“ Ansätze der Zeitanzeige vor. Letzteres trifft zum Beispiel auf die Avi-8 Hawker Harrier II Pegasus Concept Uhr zu, um die es in diesem Bericht geht.

Doch werden auch bestehende Trends aufgegriffen. So kann beispielsweise eine Ähnlichkeit zwischen den dänischen Bering Uhren und den flachen Fjord Timepieces sicherlich nicht bestritten werden. Und dass die DuFa Uhren das trendige und gefragte Bauhaus-Design aufgreifen, ist sicherlich auch kein Zufall.

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Markenaufbau in Europa, Produktion in China

Das Dartmouth Brands Konzept sieht dabei für alle Marken einen Entwicklungsprozess in Europa vor. Hier entstehen die Ideen, werden die richtungsweisenden Trends aufgenommen, die Uhren designt und die Markenspezifikation sorgfältig ausgearbeitet. Die spätere Produktion und Montage finden – vermutlich aus Kostengründen – in China statt. Daraus macht die Dartmouth Gruppe kein Geheimnis, sondern geht transparent und offen damit um. Natürlich kann ich es verstehen, wenn jetzt der ein oder andere gar nicht mehr weiterlesen möchte und „Pah, Chinaböller“ flucht. Doch machen wir uns nichts vor: Schon längst werden viele, für die Produktion von Uhren notwendige Teile aus China bezogen. Ob dies nun (günstigere) Miyota oder Seagull Uhrwerke, Werkteile oder Zeiger sind, spielt meines Erachtens eine nur untergeordnete Rolle.

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Doch lohnt sich meiner Meinung nach ein Blick auf die Marke Avi-8. Denn wem ein stimmiges Design und eine gut umgesetzte Idee wichtig sind, dem bieten die Avi-8 Uhren eine ganze Menge. Gerade in diesem Punkt drückt Avi-8 genau die richtigen Knöpfe bei mir.

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Auf der Baselworld 2017 traf ich den für das Marketing der Dartmouth Brands verantwortlichen Vishal Tolani. Er erläuterte mir das Konzept von Avi-8, zeigte mir die verschiedenen Inspirationen und historischen Flugzeuge, die als Vorbild dienten. Ferner stellte er mir die Marke DuFa Deutsche Uhrenfabrik Thüringen vor. Kurze Zeit vorher war die DuFa Armbanduhr „Aalto Automatic Regulator 9017“ auf der Inhorgenta 2017 in München unter den nominierten Zeitmessern, die um den „Watch Design of the Year Award“ wetteiferten. Am Ende gewann die Uhrenmarke Junghans mit der max bill Chronoscope Serie.

Am Ende unseres Gesprächs drückte mir Vishal Tolani die Avi-8 Hawker Harrier II Pegasus Concept in die Hand, um über diese außergewöhnliche Uhr zu berichte und genau das werde ich nun tun.

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Von der Aeronautik inspiriertes Design: Hawker Harrier II Pegasus Concept

Das, was Avi-8 einzigartig macht, ist das Design. Man muss nur durch das Markenportfolio gehen und schon bemerkt man, dass sämtliche Kollektionen und Modelle von historischen Luftfahrzeugen inspiriert sind. Klangvolle Namen, wie zum Beispiel Lancaster Bomber, ein bekannter britischer viermotoriger Bomber des Zweiten Weltkriegs, Supermarine Seafire, eine Marinejägerversion der Supermarine Spitfire, oder eben auch Hawker Harrier, ein britischer Senkrechtstarter, beschreiben die unterschiedlichen Reihen. Als Designvorlage dienen dabei die namensgebenden Flugzeuge. Das sieht man auch ganz deutlich auf dem Zifferblatt der Hawker Harrier II Pegasus Concept. Hier erstrahlt die Silhouette des einstrahligen Kampfflugzeugs „Hawker Siddeley Harrier“ in voller Pracht.

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Doch fangen wir zunächst beim Gehäuse an. Mit rund 45 Millimetern Durchmesser und 13 Millimetern Höhe ist das aus Edelstahl bestehende Gehäuse zwar etwas größer, als ich es normalerweise mag, aber es wirkt noch nicht überdimensioniert. Die Uhr ist aber durchaus präsenter am Handgelenk als beispielsweise die zuletzt vorgestellte Meccaniche Veneziane Nereide Cobalto, was nicht zuletzt auch an dem etwas höheren Gewicht von 120 Gramm liegt.

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Die Haptik des Armbands aus braunem Büffelleder, das bequem mittels Dornschließe geöffnet und geschlossen werden kann und dessen Bandanstoß 22 Millimeter beträgt, ist äußerst angenehm und unterstützt ein insgesamt sehr gutes Tragegefühl. Wenngleich Lederarmbänder häufig meiner Meinung dazu neigen, besonders am Anfang unflexibel zu sein und sich erst mit der Zeit dem Handgelenk anpassen, hat mich das Lederband der Avi-8 Hawker Harrier II Pegasus Concept ab dem ersten Tragen überzeugt.

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Auf der rechten Gehäuseseite findet man die Krone mit Flankenschutz, die sowohl für die Einstellung der Uhrzeit als auch für den Aufzug des mechanischen Miyota Uhrwerks dient. Das Aufziehen gestaltet sich allerdings meiner Meinung nach etwas schwierig. Denn so kann man das Uhrwerk zwar bei neutraler Stellung der Krone aufziehen, doch ist das aufgrund des Flankenschutzes nur mit viel Fingerspitzengefühl möglich. Auch das Hinausziehen der Krone, um die Uhrzeit einstellen zu können, ist nicht ganz einfach. Hier lobe ich mir verschraubte oder größere Kronen, die mehr Spielraum zulassen und leichter gedreht werden können. Hat man einmal die Krone bis zum zweiten Klicken hinaus gezogen, kann man die Uhrzeit durch Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn einstellen.

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Das zeigerlose Zifferblatt als Eye-Catcher

Wer bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Blick auf das Zifferblatt geworfen hat, merkt spätestens jetzt, dass hier sämtliche Zeiger fehlen. Statt dieser sind drei rotierende Scheiben zu sehen, die auf unterschiedlichen Ebenen Sekunden, Minuten und Stunden anzeigen. Dies erzeugt Tiefe und verleiht dem Zifferblatt eine äußerst markante und starke Optik. Nicht zuletzt aufgrund der geschwungenen Linien und verschiedenen Ebenen erinnert das Blatt an das namensgebende Pegasus-Triebwerk des Senkrechtstarters Hawker Siddeley Harrier.

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Da sich vermutlich durch die Fotos nicht sofort von selbst erschließen lässt, wo man nun was ablesen kann, bringe ich etwas Licht ins Dunkle. Die innere Scheibe, deren zentrale Position durch eine rote Markierung auf dem angedeuteten Seitenleitwerk verdeutlicht wird, zeigt die Sekunden an. Unterhalb der Silhouette des Hawker Harrier Kampfflugzeugs findet man eine rote Strichmarkierung, mit deren Hilfe man die Minuten der darunter liegenden Scheibe ablesen kann. Jetzt bleibt nur noch ein Ring übrig. Der äußere Ring dient dem Ablesen der Stunden. Die beiden umgedrehten Dreiecke markieren die aktuelle Stunde.

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Das Ablesen der Uhrzeit ist bei der Avi-8 Hawker Harrier II Pegasus Concept definitiv gewöhnungsbedürftig. Gerade abends, wenn es dunkler wird, ist es schwierig, die Uhrzeit exakt abzulesen. Leider sind die Ziffern der Scheiben auch nicht mit Leuchtmasse beschichtet, was das Ablesen nicht gerade erleichtert.

Allerdings ist mir während meiner Testphase aufgefallen, dass die Uhr aufgrund der etwas anderen Zeitanzeige ein regelrechter Eye-Catcher ist. Die Frage danach, wie man die Uhrzeit bei diesem Modell abliest, ist allgegenwärtig und sorgt für Gespräche, die recht schnell philosophisch werden.

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Miyota 8215 Automatikwerk: Zuverlässig aber kein Genauigkeitsspezialist

Auf der Rückseite des Gehäuses erkennt man das, was mir richtig Spaß macht. Der Gehäuseboden ist mit Sichtfenster ausgestattet! Einem Teil der feinen Mechanik des Citizen-Miyota 8215 Automatikuhrwerks kann man so bei der Verrichtung seiner Tätigkeit zusehen. Die ewig arbeitende Unruh, die Werkplatte, die Aufzugswelle am linken Rand sowie der modifizierte Rotor können bestaunt werden. Auf dem Rotor findet man die Modellbezeichnung, die fein in die schwarze Oberfläche eingearbeitet wurde. Das alles hat ganz viel Stil und erfreut das Herz des Uhren-Aficionados.

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Hinsichtlich der Präzision gewinnt das Miyota 8215 Automatikuhrwerk allerdings keinen Genauigkeitspreis. Denn die Ganggenauigkeit, die mit -20 bis +40 Sekunden pro Tag angegeben ist, ist nicht mehr als nur akzeptabler Standard. Bei einem Preis von rund 400,- Euro wäre hier sicherlich noch Luft nach oben. Auch der fehlende Sekundenstopp sowie die verhältnismäßig niedrige Frequenz von 21.600 Halbschwingungen pro Stunde unterstreichen dies. Letztere bedingt, dass die Sekundenscheibe nicht ganz so geschmeidig rotiert, wie dies bei einer höheren Frequenz der Fall wäre.

Mit einer Gangreserve von 42 Stunden kann man die Armbanduhr aber auch gerne mal einen Tag lang nicht tragen und muss nicht gleich fürchten, die Uhrzeit erneut einstellen zu müssen. Solltest du die Uhr allerdings länger nicht tragen, empfiehlt sich die Beschaffung eines Uhrenbewegers.

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Das Fazit zur Avi-8 Hawker Harrier II Pegasus Concept: stimmiges Design und verbesserungsfähige innere Werte

Die Avi-8 Hawker Harrier II Pegasus Concept ist eine besondere Armbanduhr. In meiner Uhrenkollektion besitze ich definitiv keine zweite Uhr, die auch nur annähernd ein so markantes Design vorweist. An jeder Stelle merkt man, dass die Inspiration gekonnt umgesetzt wurde. Ein Blick auf das Zifferblatt genügt und man kann sich vorstellen, wie der Senkrechtstarter Hawker Siddeley Harrier vor einem steht. Das nachstehende Video zeigt dies besser, als ich es beschreiben könnte.

Dass die Armbanduhr durchaus auch auf Frauen einen gewissen Reiz ausübt, zeigt mir die Tatsache, dass die Avi-8 Hawker Harrier II Pegasus Concept die Lieblingsuhr meiner Freundin ist. Sie trägt sie zwar nicht selbst, aber freut sich stets, wenn ich die Uhr ums Handgelenk lege. Auf die Frage, was sie so sehr an der Uhr beeindrucke, entgegnete sie mir: „Sie ist schön und ungewöhnlich.“

Doch es gibt auch Wermutstropfen. Drei Dinge könnte man meiner Meinung nach besser machen. Um die Ablesbarkeit zu verbessern, würden sich lumineszierende Ziffern anbieten. Vermutlich würde dies aber zu lasten des Preises gehen. Der Aufzugmechanismus ist nur schwer zu betätigen, da aufgrund der Flankierung zu wenig Platz zum Drehen der Krone ist. Hat man die Uhr allerdings einmal aufgezogen und trägt sie dann, fällt dieser Punkt dank des Automatikaufzugs nicht weiter ins Gewicht. Ein weiterer Punkt ist das Miyota Automatikuhrwerk 8215. Präzision und Frequenz sind hier einfach zu niedrig. Ein Miyota 9015 mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und einer Genauigkeit von -10 bis +30 Sekunden pro Tag wäre schon deutlich besser und bei dem Preis auch durchaus gerechtfertigt.

Dennoch, und das ist ganz wichtig anzumerken, macht die Avi-8 Hawker Harrier II Pegasus Concept richtig Spaß. Ich trage die Uhr gerne, achte aber darauf, dass ich abends auf eine andere Armbanduhr zurückgreife. Übrigens: Neben der hier dargestellten Version AV-4047-01 gibt es noch drei weitere Ausführungen, die noch etwas mehr Farbe bekennen. Zwei davon sind zudem PVD beschichtet. Der Preis der hier dargestellten Armbanduhr beträgt £350 GBP. Bei Otto gibt es die Uhr für 399,- Euro zzgl. Versandkosten.

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Technische Informationen zur Avi-8 Hawker Harrier II Pegasus Concept

Uhrwerk: Miyota 8215 mit automatischem Aufzug, 42 Stunden Gangreserve, 21.600 Halbschwingungen pro Stunde; Ganggenauigkeit: – 20 bis +40 Sekunden pro Tag
Funktionen: Stunden, Minuten, Sekunden; Wasserdicht bis 5 ATM
Gehäuse: Edelstahl; Sichtboden auf der Rückseite
Zifferblatt: Keine Zeiger, stattdessen rotierende Scheiben
Armband: Wildlederarmband; Bandanstoß: 22 Millimeter
Abmessungen: 45 Millimeter x 13 Millimeter

Weiterführende Links und Angaben

Über den Autor

David Morawietz

David ist Autor bei luxusuhren-test.de und berichtet exklusiv von seinen Uhren-Erlebnissen.

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