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Baselworld 2017 Recap – Ein erster Überblick (Teil 1/4)

Nun ist die Baselworld 2017 seit ein paar Tagen beendet. Der vergangene Donnerstag markierte den letzten Tag der größten Uhren- und Schmuckmesse der Welt. Ich möchte diesen Baselworld 2017 Recap nutzen, um euch einen Überblick über die diesjährige Baselworld zu geben und von meinen Erfahrungen zu berichten. Aller Voraussicht nach wird diese Serie drei vier Teile umfassen.

Die Highlights der ersten Stunde auf der Baselworld 2017

Kurz nach der diesjährigen Eröffnungszeremonie überschlugen sich die Pressemitteilungen und Nachrichten in den sozialen Netzwerken und in den einschlägig bekannten Blogs und Informationsquellen. Per Instagram, Facebook und Blogposts wurden die neuen Modelle und Kollektionen der verschiedenen Aussteller an ein breites Publikum kommuniziert.

Zu den Highlights der ersten Stunde gehörten die neue Rolex Sea-Dweller Kollektion (mit Datumslupe), die Neuauflage zum 60. Jubiläum der 1957er Railmaster, Speedmaster und Seamaster 300 von Omega als Trilogie sowie die Präsentation der flachsten Armbanduhr der Welt von Bulgari mit einem nur 2,23 Millimeter hohen Uhrwerk mit Platinmikrorotor.

Viele weitere Höhepunkte sollten folgen. Doch ich möchte an dieser Stelle nicht auf alle eingehen. Denn in den nächsten Wochen und Monaten wirst du in diesem Blog die verschiedensten Berichte und Artikel zu den neuen, auf der Baselworld lancierten Modellen finden. Ganz im Stile des Artikels zur neuen Bell & Ross RS17 Kollektion, also mit detaillierter Beschreibung, Bildern und wissenswerten Hintergrundinformationen.

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Eine Messe mit Höhen und Tiefen – Die Krise des Marktes geht auch an der Baselworld nicht spurlos vorbei

Startschuss der Baselworld 2017 war der 23. März 2017. Unzählige Besucher, mehr als 106.000 Einkäufer und rund 4.400 akkreditierte Medienvertreter aus über 70 Ländern wohnten dem Großereignis im Verlaufe der acht Messetage bei und unterstrichen damit die Wichtigkeit, Unverzichtbarkeit und internationale Reichweite der Messe.

Dabei sollte es dieses Jahr eine ganz besondere Zusammenkunft des Uhrenmarktes werden. Schließlich feierte die wichtigste Messe der weltweiten Uhren- und Schmuckindustrie in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Seit 1917 gilt die Baselworld als richtungsweisende Veranstaltung für den Uhrenmarkt und hat in den vielen Jahrzehnten immer wieder Höhen und Tiefen durchlebt.

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Positives Echo des Uhrenmarktes zur Welt-Uhrenmesse

In einer abschließenden Medienmitteilung äußerten sich verschiedene Branchenvertreter positiv zur Jubiläums-Messe. Eric Bertrand, Präsident des Aussteller-Kommitees sagte: „In der vergangenen Woche haben wir den Wert dieser Messe für die gesamte Industrie erlebt – insbesondere in schwierigen Zeiten. Das macht die Rolle der Messe als globale Plattform noch wichtiger in Zeiten, da alle Akteure nach sicheren Werten und Stabilität streben. Wir wissen aus Erfahrung, dass sich in den kommenden zwölf Monaten alles um unsere neuen Kollektionen und Kreationen drehen wird. Das ist vor allem dem riesigen Presseecho auf die Messe und dem weltweiten Interesse zu verdanken, wie wir beobachtet haben.“

Der Präsident der LVMH Watch Division, CEO von TAG Heuer und CEO von Zenith Jean-Claude Biver unterstrich, dass „die Baselworld nicht nur eine Messe der besten Schweizer Uhrenmarken, sondern vor allem das Schaufenster für die gesamte Schweizer und internationale Industrie“ sei. „Acht Tage lang bekommen die Teilnehmer nicht nur Zugang zum Herzen der Branche, sie können auch deren Puls spüren und eine Vorstellung von der Zukunft gewinnen.“

Und auch Thierry Stern, Präsident von Patek Philippe, äußerte sich positiv zum Ablauf der Messe und verdeutlichte, warum die Baselworld für ihn wichtig sei: „Sie ist wichtig, weil wir hier jedes Jahr unser gesamtes Netzwerk von Händlern und Partnern aus aller Welt treffen. Und sie ist wichtig, weil sie öffentliche Aufmerksamkeit schafft, besonders was die Resonanz in der Weltpresse betrifft. Eine sehr wichtige Kommunikationsplattform.“

Auch die internationalen Händler stellten die positiven Aspekte der Messe heraus. So sagte Greg Simonian, Präsident von Westime, USA, dass die Baselworld wirklich einzigartig sei und für ihn die einzige Gelegenheit darstelle, sich mit praktisch jedem aus der Branche zu treffen.

Dass die Baselworld für die Medienvertreter eine unglaubliche Relevanz hat, liegt auf der Hand. Nirgends sonst kann man innerhalb kürzester Zeit mit allen wichtigen Herstellern Treffen organisieren. Es gibt keinen besseren Ort, um neue Modelle kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen. Wie wichtig die Baselworld für Blogger ist, unterstrich Ariel Adams von aBlogtoWatch. Für ihn sei sie das Schlüsselereignis seines Geschäfts, weil zur Baselworld mehr Besucher seinen Blog besuchten als sonst.

Doch es gibt auch eine Schattenseite.

Ausdruck anhaltender Krise: Die Baselworld 2018 wird verkürzt!

Sicherlich ist den meisten Branchenvertretern und Uhren-Aficionados unlängst bekannt, dass der Markt aktuell eine Krise durchlebt. Der Einbruch des Fernost-Geschäfts und der Druck der Smartwatch Produzenten Apple, Samsung usw. hinterließen auch im Rahmen der Baselworld ihre Spuren bei den Ausstellern. Gerade Samsungs Einfluss war unverkennbar. Der südkoreanische Elektronikkonzern hatte sich in Halle 1.1 niedergelassen und zog diverse Besucher mittels einer Virtual Reality Vorführung in seinen Bann. Völlig deplatziert und unpassend empfand ich das Ganze. Aber offensichtlich ist die Grenze zwischen analoger Zeitanzeige und digitaler Smartwatch völlig verwischt. Sei es drum.

Viel markanter war ein anderen Fakt. Die Baselworld zog in diesem Jahr deutlich weniger Aussteller an. 60 Uhrenmarken, die noch im Jahr 2016 auf der Baselworld neue Modelle und Kollektionen der breiten Öffentlichkeit präsentierten, fehlten 2017. Insgesamt vermisste man rund 200 Aussteller im Gegensatz zu 2016 auf der Messe, zu denen auch Betriebe aus der Peripherie gehörten.

Wenngleich das Messe Management in der abschließenden Pressemitteilung eine positive Bilanz zog, so bemerkte Sylvie Ritter, Managing Director der Baselworld, „dass sich die Branche derzeit in einer schwierigen Phase befinde, von der vor allem kleinere Unternehmen betroffen seien.“

Nicht ganz überraschend wurde in diesem Zuge am Donnerstag, den 30. März angekündigt, dass der Zeitraum der Baselworld 2018 um zwei Tage verkürzt würde. Demnach wird die renommierte Messe vom 22. bis 27. März 2018 stattfinden.

Ein schlechtes Zeichen für den Markt? Eher ein Neuanfang!

Zieht man in Betracht, dass an den letzten beiden Messetagen ohnehin der Besucherstrom deutlich abreißt, viele Pressevertreter bereits den Heimweg angetreten haben und die wesentlichen Geschäfte bereits abgeschlossen sind, so ist es definitiv die richtige Entscheidung, den Zeitraum der Messe zu verkürzen. Für die Aussteller bedeutet dies deutlich niedrigere Standgebühren und allgemeine Messekosten.

Sicherlich ist es nicht das allerbeste Zeichen für die Entwicklung des Marktes, doch scheint es mir notwendig. Schließlich bekundeten einige Hersteller in Gesprächen, dass die Messe 2017 deutlich unter den Erwartungen blieb.

Insofern ist die Neuausrichtung für 2018 eine notwendige Entscheidung, „um die Attraktivität der Messe und ihre globale Strahlkraft zu erhalten“, wie Sylvie Ritter in der abschließenden Medienmitteilung am 30.03.2017 bereits passend zusammenfasste.

Somit erhält die Baselworld 2018 meiner Meinung nach eine echte Chance, einen Neuanfang zu lancieren. Ein zartes Pflänzchen wurde bereits dieses Jahr gesät: Der Les Ateliers Bereich im zweiten Stock der Messehalle 1. 40 unabhängige Uhrmacher und -marken konnten hier auf verhältnismäßig kleinem Raum ihre eigenen Kreationen vorstellen. Für mich war es eines der Highlights der diesjährigen Messen. Der Bereich war ein regelrechter Quell an Inspiration und zeigte deutlich die Chancen des Marktes: Ausgefallene Designs, wie zum Beispiel bei den Gvchiani-Uhren von Shant Ghouchian oder den Dietrich Watches, und authentische Geschichten, wie zum Beispiel die Entstehungsgeschichte der Werenbach Raketenuhren, markierten für mich wichtige Alleinstellungsmerkmale, die man bei den „großen Herstellern“ häufig vermisst.

Daher werde ich euch im nächsten Teil unseres Baselworld 2017 Recaps diesen Bereich und die dortigen Aussteller etwas detaillierter vorstellen.

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Die Uhren von Gvchiani (Man spricht den Namen „Gukiani“ aus) haben ein markantes Gehäuse, dass das Zifferblatt X-förmig präsentiert.

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Sie sehen fast ein bisschen außerirdisch aus: Die Dietrich Watches haben in der Regel skelettierte Zifferblätter und zeigen viele Besonderheiten.

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Die Werenbach Raketenuhren besitzen ein Zifferblatt aus Materialien der Soyus Rakete. Mehr erfährst du in unserem zugehörigen Artikel und auf Kickstarter.

Über den Autor

David MorawietzDavid ist Autor bei luxusuhren-test.de und berichtet exklusiv von seinen Uhren-Erlebnissen.

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