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Welly Merck Classic London B42 Testbericht

„Die erste / flachste / stärkste Superuhr der Welt“ titelte die junge Marke Welly Merck letzten August, als sie ihre Kickstarter Kampagne starten ließ. Das klingt nicht nur beim ersten Lesen etwas vermessen, erweist es sich doch schnell als inhaltslose Floskel, wie ich bei meinem Test der Welly Merck Classic London B42 feststellen musste.

Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich von einer Mitarbeiterin von Welly Merck angeschrieben wurde. Schnell konnten wir uns darauf verständigen, dass ich einen Testbericht zu einer Armbanduhr von Welly Merck verfasse. Nach ein paar E-Mails war dann auch das Modell ausgesucht: Die Welly Merck Classic London B42 mit rotem Zeiger auf schwarzem Grund fand ich hervorstechend. Dass das Modell unlängst aus dem Sortiment genommen wurde, ist etwas schade. Ob es jemand vermissen wird?!

Ein Design, das nicht unbekannt ist und im Trend liegt

Ein paar Wochen später erhalte ich ein Paket. Als Absender ist eine Adresse in Hongkong hinterlegt. Nun, ich will nicht mit zu vielen Vorurteilen an die Sache herangehen und entscheide, das Paket zu öffnen. Ein beigefarbener Pappkarton, auf welchem weder Logo noch Aufschrift auf eine Uhr in dessen Kern hindeuten, verbirgt sich darin. Dort eingefasst und mit Schaumstoff gepolstert liegt ein schwarzes Lederetui, auf dessen Oberseite der Schriftzug Welly Merck steht. Den Deckel kann ich nach oben hin öffnen und untersuche daraufhin das Innere. Eierschalenfarbenes Leder umgibt den schlichten Zeitmesser mit roten Zeigern.

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Das Design der Armbanduhr kommt mir allerdings äußerst bekannt vor. Es erinnert stark an die gehypten Daniel Wellington Uhren. Zwei Zeiger, ein schlichtes Zifferblatt und silberne Stunden-Indizes können nicht verbergen, wessen Uhren hier als Designinspiration dienen durften. Zwar gibt es ein paar Alleinstellungsmerkmale, wie zum Beispiel die auf 4 Uhr platzierte „ergonomische“ Krone und die interessante Farbgebung, doch im Grunde habe ich hier einen DW-Klon vor mir.

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Die Besonderheiten und Seltsamkeiten der Welly Merck Classic London B42

Eine Sache gefällt mir aber. Dadurch, dass die Krone nicht wie üblich auf 3 Uhr sitzt, erkenne ich glücklicherweise auch nach längerem Tragen keine Druckstellen auf meinem Handrücken.

Ebenfalls ist die Welly Merck Classic London B42 mit 6 Millimetern angenehm flach. Uns verwundert jetzt aber nicht, dass die Daniel Wellington Modelle ebenfalls nur 6 Millimeter in der Höhe messen, oder?! Damit ist also der große Welly Merck Kickstarter-Titel „The World’s First/Thinnest/Strongest Super Watch“ mehr als zweifelhaft, impliziert er doch, dass die Welly Merck Uhren die flachsten Superuhren der Welt seien.

Leicht irritierend ist zudem, dass auf der 6 Uhr Position unterhalb des silbernen Index‘ der Vermerk „Swiss Made“ steht. Mit einer Lupe kann man darunter noch den Zusatz „Movement“ lesen. Es handelt sich also um ein „Swiss Made Movement“. Ich dachte im ersten Moment, die Uhr sei „Swiss Made“. Wie auch immer das hätte funktionieren sollen.

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Zum Uhrwerk kann ich leider online keine weiteren Informationen finden. Welly Merck spricht bei ähnlichen Modellen von „Swiss Quartz Movement“, vermutlich ein Ronda Uhrwerk?!

Auf der Rückseite des Armbands finde ich ein Schnellwechselsystem, welches in diesem Preissegment nicht selbstverständlich ist und das Tauschen des Armbands erheblich erleichtert. Ein Pluspunkt für die Welly Merck Classic London B42. Außerdem erkenne ich auf der Rückseite des Gehäuses, dass es sich bei dem mir vorliegenden Modell um ein „Limited Edition Timepiece“ handelt. Ist dies hier vermerkt, um den Preis von 258,- $, also rund 242,- Euro zu rechtfertigen? Warum man dann nicht zu einem der günstigeren Modelle der gleichen Designliga greifen sollte, erschließt sich mir (noch?) nicht.

Des Weiteren steht auf dem Gehäuseboden, dass das Modell bis 3 ATM (30 Meter) wasserdicht ist. Hatte ich nicht auf Welly Mercks Kickstarter Seite gelesen, dass das Modell „Super Waterproof“ ist? Richtig, genau so steht es da. Das finde ich verwunderlich, denn wie ihr vielleicht wisst, bedeutet eine Wasserdichtigkeit von 3 ATM, dass die Armbanduhr im Grunde nicht wasserdicht ist. Lediglich gegen Spritzwasser ist die Uhr damit geschützt. Allerdings empfehle ich euch, die Uhr abzulegen, bevor sie mit Wasser in Kontakt kommt.

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Mein Fazit zur Welly Merck Classic London B42: Eine weitere Dress Watch mit wenigen Highlights

Ihr merkt schon, die Welly Merck Classic London B42 konnte mich nicht überzeugen. Doch ein paar positive Worte möchte ich dann doch noch finden. Zwei Dinge gefallen mir bei der mir vorliegenden Welly Merck. Die roten Zeiger, das rote Logo und die kleineren roten Indizes bilden einen angenehmen Kontrast zu den silbernen Stundenindizes auf dem Zifferblatt. Doch sind die roten Elemente auf dem schwarzen Hintergrund bei schlechten Lichtverhältnissen nicht gut abzulesen. Zum anderen soll das Uhrenglas aus Saphir bestehen, was ebenfalls in dem Preissegment keine Selbstverständlichkeit ist. Laut Grafik auf der Welly Merck Kickstarter Seite sollen selbst Hammerschläge und Messerklingen keine Spuren auf dem Glas hinterlassen. Ich rate allerdings jedem ab, die Uhr mit einem Hammer oder Messer zu bearbeiten.

Zusammenfassend muss ich feststellen, dass die Welly Merck Classic London B42 lediglich eine weitere Dress Watch ist und davon gibt es doch neben Daniel Wellington schon genug. Natürlich ist mir vollkommen klar, dass diese Uhren aktuell voll im Trend sind. Es gibt eine Zielgruppe, einen Markt für und damit auch eine nicht zu vernachlässigende Nachfrage nach Dress Watches. Als modisches Accessoire, bei dem ein schlichtes Design im Vordergrund steht, nicht aber Funktionalität oder Mechanik einer Uhr, erfüllt die Welly Merck vielleicht sogar ihren Zweck. Aber zu diesem Preis?!

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Technische Informationen zur Welly Merck Classic London B42

Uhrwerk: Schweizer Quarzuhrwerk
Funktionen: Stunden, Minuten
Zifferblatt: Schwarz mit roten Zeigern, silbernen Stunden- und roten Minutenindizes
Armband: Braunes Lederarmband, Dornschließe
Gehäuse: 42 Millimeter Durchmesser. Edelstahl. Saphirglas
Wasserdichtigkeit: 3 ATM (30 Meter)

Weiterführende Links und Angaben

Die in diesem Artikel vorgestellte Armbanduhr wurde mir freundlicherweise vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Ich bin gegenüber dem Hersteller keine inhaltliche Verpflichtung eingegangen, sondern berichte unabhängig über diese Armbanduhr. Darüber hinaus ist es mir wichtig zu erwähnen, dass ich weder für das Verfassen dieses Berichts noch für Abbildungen des Produkts bezahlt werde.

Über den Autor

David Morawietz

David ist Autor bei luxusuhren-test.de und berichtet exklusiv von seinen Uhren-Erlebnissen.

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